Donnerstag, 9. August 2018

Das lustige Erziehungs-ABC - Teil 3 R-Z

So, es ist Zeit für den dritten und letzten Teil meines lustigen Erziehungs-ABCs für Eltern und alle, die es noch werden wollen. Hier könnt ihr gerne Teil 1 und Teil 2 nachlesen, bevor ihr in den dritten Teil mit den Buchstaben R-Z einsteigt.

Visuelle Reizüberflutung

R - Reizüberflutung 

Dieses Wort ist in aller Munde unter Eltern, Ärzten und weiteren Experten. Es heißt, dass Kinder zu viele Sinnesreize auf einmal nur schwer verarbeiten können. Daher soll die Umgebung von Babies und Kleinkindern möglichst reizarm (oder salopp gesagt langweilig) gestaltet werden. Aber mal ganz ehrlich, wer denkt denn an unsere Reizüberflutung? Folgende Situation war und ist kein Einzelfall: Ich habe das lauthals schreiende (Überforderung des Hörsinns) Äffchen auf dem Arm. Es klammert sich fest an mich (Taktile Reizüberflutung). In meine Nase steigt dabei der Geruch einer vollen Windel, welcher einer Stinkbombe gleichkommt (Überbelastung des Geruchssinns). Das Szenario spielt sich im Kinderzimmer ab, wo ich nebenbei das absolute Spielzeugchaos sehe (visuelle Überforderung). Und im Mund habe ich einen unangenehmen Geschmack, weil ich vor lauter Aufregung und Kinderbetreuung nicht zum Trinken komme (Herausforderung für den Geschmacksinn)...
Hier werden innerhalb weniger Sekunden alle 5 Sinnesreize auf einmal stark (über)belastet. Wenn also von Reizüberflutung gesprochen wird, liebe Experten, dann bedenkt bitte unbedingt beide Parteien! 


S - Schlafmangel und Schokolade

Ihr denkt euch jetzt bestimmt, wie diese beiden Punkte zusammenpassen könnten. Ich erkläre es euch gerne. Als  Eltern leidet man vor allem in den ersten Lebensmonaten und länger an Schlafmangel. Die Kinder machen die Nacht zum Tag, haben noch keinen Schlafrhythmus und wenn sie doch langsam einen entwickelt haben, heißt das noch lange nicht, dass dieser mit unserem Schlafrhythmus vereinbar ist. Das heißt Augenringe bis zum Kinn und ein ungesund hoher Kaffeekonsum gehören bei Eltern kleiner Kinder eben einfach dazu. Was das mit der Schokolade zu tun hat? Ganz einfach: Schlafmangel führt zu schlechteren Nerven und die kann man nur mit Nervennahrung wieder stärken. Schokolade hat also aus meiner Sicht eine heilende Wirkung. Endorphine werden ausgeschüttet, es schmeckt lecker und sofort denke ich, es geht mir besser. Daher gehören beide Punkte für mich zusammen. Aber davon abgesehen: Schokolade ist ein Helferlein für viele Lebenslagen einer Mutter: Das Baby schreit und lässt sich nicht beruhigen. Ein Stück Schokolade macht alles einfacher. Sind die Kinder älter ist es wichtig, die Schokolade nicht vor den Augen der Kinder zu essen, weil sie dann auch welche möchten und vermutlich nicht so viel Schokolade essen sollen. Schokolade ist quasi wie Medizin! Zum Glück ist sie nicht verschreibungspflichtig!


T - Trotzphase

Naja, davon können wohl alle Eltern von Kleinkindern ein Lied singen. Ich habe auch des öfteren ein tollwütiges Äffchen zu Hause (oder unterwegs). Besonders angesagt bei Kindern in der Phase ist das Wörtchen "Dooooch". Es wird immer laut und vehement benutzt und gerne auch in Situationen, wo es nicht passt. Kleines Beispiel: Das Äffchen fragt mich nach einer Wurst (knabbert zwischendurch gern mal ein Stück Fleischwurst). Ich sage ihr, dass ich keine Wurst mehr habe, weil sie diese am Vortag aufgegessen hatte. Obwohl ich dem Äffchen den leeren Kühlschrank zeige, schreit sie dann (an schwierigen Tagen) lauthals "doooooch" und tut weiterhin so, als würde ich ihr absichtlich Wurst vorenthalten, die aber gar nicht da ist. Aus meiner Erfahrung kann ich nur eines Empfehlen: Gelassen bleiben, Kind durch Wutanfall begleiten und weitermachen im Konzept. Inzwischen weiß man ja, dass die Kinder das nicht tun, um ihre Eltern zu ärgern, sondern weil sie es nicht anders können, von ihren Gefühlen selbst überrollt werden und dann überfordert sind. Schimpfen bringt also gar nichts...


U - Urlaub

Hier möchte ich gerne auf meinen (allerersten) Blogpost Mutter in ErziehungsUrlaub - ernsthaft? verweisen. Nur schonmal soviel: Wer glaubt, dass Muttersein oder Elternzeit (wie es heutzutage ja heißt) Urlaub ist, der hat sich geschnitten.


W - Warum  

Kaum ein Wort bringt Eltern mehr aus der Fassung, auf die Palme oder in unangenehme Situationen als das Wörtchen "Warum". Dieses Wort werden Eltern von 3-4-jährigen Kindern nämlich täglich gefühlt tausendmal hören. Dabei können Fragen gestellt werden wie: "Warum ist der Mann neben uns im Bus eigentlich so fett?". Oder "Warum pubst unser Hund so laut?". Oder "Warum sind Marienkäfer rot?". Und viele weitere Fragen, die man entweder nicht beantworten kann oder nicht beantworten will und in der Öffentlichkeit richtig peinlich werden können. Nebenbei erwähnt, das habe ich alles schon erlebt. Nicht unbedingt mit dem Äffchen, da sie noch etwas zu jung für die Warum-Phase ist, aber bei meiner Arbeit als Erzieherin habe ich auch schon so Einiges mitgemacht. Also: Zieht euch warm an!
X - X-Mal

Glaube nicht, dass es reicht, wenn du EINMAL etwas sagst. Die Wunschvorstellung ist natürlich immer, dass man das Kind EINMAL bittet, die Schuhe anzuziehen und es tut, was man wünscht. Nein... So einfach ist das meistens nicht. Oft muss man es x-mal sagen. Oder eine Regel: Bitte werfe das Spielzeug nicht durch die Gegend. Man sollte meinen, dass ein Kind diese Regel irgendwann verinnerlicht hat. Aber nein, das wirst du wahrscheinlich noch x-mal sagen müssen. Oft liegt es daran, dass die Kinder nicht richtig zuhören, mit anderen Dingen beschäftigt sind oder das Gesagte für nicht so wichtig erachten. Ruhig bleiben, spätestens NACH der Pubertät wird es bestimmt besser!


Z - Zähne

Entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber Zähne können richtige A....löcher sein. Ich habe zwar schon von Kindern gehört, die vom Durchbrechen der Zähne nicht viel merken. Allerdings habe ich das Gefühl, das sei ein Mythos. Mein Kind jedenfalls hatte während des Zahnens enorme Schwierigkeiten. Von Unwohlsein über Schreiattacken in der Nacht bis hin zu 40°C Fieber war alles dabei. Ich habe die Zähne wirklich mehrfach verflucht. Bloß ohne Zähne wäre das ja auch nix. Man muss also durch, sowohl Kind, als auch Eltern. Vielleicht eine kleine Hoffnung für alle Leidtragenden: Seit mein Kind alle Zähne hat (war ca. mit 2,5 Jahren soweit), schläft sie meistens durch! Es besteht also Hoffnung!



So, das war's, (fast) alle Buchstaben haben ihr Fett weg bekommen. Natürlich hoffe ich, dass für euch der ein oder andere Schmunzler dabei war.  Ach ja, und lasst euch nicht beirren: Kinderhaben ist toll, aber eben nicht immer nur eitel Sonnenschein :)!

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