Donnerstag, 2. August 2018

Das lustige Erziehungs-ABC - Teil 2 J-Q

Weiter geht es mit meinem lustigen Erziehungs-ABC für Eltern und die, die es noch werden möchten. Diesmal gibt es die Buchstaben J-Q. Buchstaben A-I könnt ihr in Teil 1 nachlesen.


N- wie Nähe

Und los:


J - Ja-Umgebung 

Nein, es handelt sich hierbei nicht um einen neuen geographischen Begriff. Darauf habe ich nämlich zuerst getippt, als ich das Wort zum ersten Mal gehört habe. Dabei geht es hier schlicht darum, das "Nein" zu vermeiden bzw. nur zu gebrauchen, wenn es wirklich nötig ist. Ansonsten hilft es, alles möglichst positiv zu formulieren oder anders zu umschreiben. Statt "Nein, nicht das Spielzeug werfen!" könnte man also einfach "Bitte höre auf damit das Spielzeug zu schmeißen!" sagen. Und prompt hat man sich ein "Nein" gespart. Das Kind freut sich und reagiert eher darauf und auch unser Leben ist angenehmer, wenn wir nicht ständig "Nein, nein" rufend hinter dem Kind herrennen müssen.


K - Konsequenz 

Konsequenz ist ein beliebtes Wort in Zusammenhang mit dem Thema Kindererziehung. Wer nicht konsequent ist, dem tanzen die Kinder (angeblich) auf der Nase rum. Ok, es ist schon richtig, dass man als Eltern klar sein muss. Wenn mir also etwas wichtig ist, dann muss ich auch dahinter sein, z.B. dass der Sand (möglichst) in der Sandkiste bleiben soll oder Ähnliches. Das heißt aber nicht, dass man immer B sagen muss, nur weil man auch A gesagt hat. Auch Eltern dürfen Entscheidungen rückgängig machen oder verändern, wenn sie durch Reflektion merken, dass sie evtl. falsch lagen oder es vielleicht gar nicht so schlimm ist, was sie da gerade strikt verboten haben. Und ganz ehrlich: Wie konsequent man ist, hängt auch immer ein bisschen von der eigenen Tagesform ab. Wenn ich platt bin, einen harten Tag hinter mir habe, werde ich höchstwahrscheinlich weniger energisch dahinter sein, dass das Kind nur eine Folge der Lieblingsserie schauen soll. Vielleicht bin ich einfach froh um die Auszeit, die auch mir damit beschert wird und erlaube daher auch mal mehr. Ich finde also, man muss sich das Leben nicht immer schwerer machen, als es ist und kann einem Kind auch mal erklären, warum es heute anders läuft als sonst. Auch sie können das Prinzip einer Ausnahme irgendwann verstehen. 


L - Leben und leben lassen

Liebe Eltern, Kinderkriegen und Kinderhaben ist kein Wettbewerb! Und dennoch ist nirgends der Konkurrenzkampf und die Suche nach dem Besseren größer als sonstewo! In sämtlichen Foren, auf Facebookseiten und auf Instagram liest man immer wieder unschöne Kommentare zu allen möglichen Erziehungsthemen. Jeder glaubt, es besser zu machen und zu können, als die anderen und nur sein Weg ist der einzig richtige. Ich sage dazu nur eins: Es gibt genug "Erziehungsexperten" auf diesem Planeten, die uns eintrichtern wollen, dass wir eigentlich alles falsch machen und wir die übelsten Rabeneltern sind. Reicht das nicht? Müssen wir Eltern uns wirklich auch noch gegenseitig das Leben schwer machen? Wir haben doch viel mehr davon, uns aufzubauen, zu unterstützen, auszutauschen und zu vernetzen. Und by the way, es gibt nicht DEN einen wahren Weg, es gibt auch nur sehr wenige FALSCHS, es gibt nur ein anders. Leben und leben lassen ist die Devise (außer natürlich das Kindeswohl ist in Gefahr). Wir haben genug damit zu tun, unsere eigenen Kinder groß zu kriegen, da müssen wir nicht noch für alle anderen auch mitdenken und erziehen! So, das sollte mal gesagt sein!


M - Menschenhasser

Vorsicht! Sobald du ein Kind hast, wirst du zum Menschenhasser. Alle Menschen sind plötzlich eine potenzielle Gefahr für den Schlaf, die Gesundheit und das Leben deines Kindes! Hunden, die Bellen, gerade als dein Kind nach einer gefühlten Wanderung mit Kinderwagen endlich eingeschlafen ist, möchte man den Hals umdrehen... Oder den Herrchen/Frauchen, die ihren Hund gefälligst im Zaum halten sollen. Oder Raucher, die sich im Außenbereich des Cafes direkt an den Nachbartisch setzen, OBWOHL wir mit einem Baby/Kleinkind da sitzen. Das sind nur ein paar Beispiele. Mir ist erst spät klar geworden, dass andere mein Kind oft gar nicht wahrnehmen oder registrieren und wenn doch, dann nicht so weit denken, dass ihr Verhalten störend sein könnte. Wahrscheinlich denken sie wie ich früher: "Wenn ein Kind schläft, dann schläft es und man kann einen Presslufthammer daneben laufen lassen und es wacht nicht auf". Kann ja keiner ahnen, dass das bei meinem Kind niemals so war... Aber in den meisten Fällen denkt keiner darüber nach und man ist als Mama oder Papa eben selbst für den Schlaf und die Gesundheit des eigenen Kindes verantwortlich. Dann setzt man sich im Cafe eben um, damit der Zigarettenrauch mein Kind nicht direkt anweht. Oder geht mit dem schlafenden Kind im Kinderwagen an einem ruhigen Ort spazieren, wo wenig Lärmquellen sind.


N - Nähe


Keiner hat mir vor oder während der Schwangerschaft gesagt, dass Kinder soviel Nähe brauchen. Es wird ja immer groß erzählt, dass Babys viel schlafen, am besten im eigenen Bettchen, gerne im Kinderwagen liegen etc. Tja, Pustekuchen. Mein Kind war (und ist) so nähebedürftig, dass sie manchmal am Liebsten wieder in mich reingekrochen wäre. Da war nix mit im eigenen Bettchen schlafen und auch der Kinderwagen war nicht die erste Wahl. Ich habe mein Äffchen monatelang gefühlt 24 Std/Tag getragen bzw. anderweitig am Körper gehabt. Im Tragetuch, ohne Tragetuch und nachts auf meinem Bauch liegend. Eigenes Bettchen? Ist immernoch nicht drin, das Gitterbett hätten wir uns getrost sparen können. Eins steht fest, sollten wir nochmal ein zweites Kind kriegen, werde ich keinesfalls vorab Geld in ein Kinderbett investieren… Es gibt natürlich auch Kinder, die gerne ihre Ruhe haben, im eigenen Bett schlafen und Tragetücher doof finden. Aber darauf würde ich mich nicht (nochmal) verlassen. Was mir keiner gesagt hat und womit ich mich auch irgendwie vorab nicht beschäftigt habe: Menschenbabys sind Traglinge 😉


O - Oma/Opa

Warum Oma und Opa einfach die besten sind könnt ihr in meinem Blogpost Ein Hoch auf Oma und Opa nachlesen. Und warum Heimaturlaub bei Oma und Opa der entspannteste Urlaub (mit Kind) sein kann, das könnt ihr unter Heimaturlaub nachlesen. Für uns sind Oma und Opa die besten Babysitter ever und die Geduldigsten noch dazu. Unser Äffchen liebt die Großeltern von ganzem Herzen. Ich hoffe, das bleibt immer so! 

P - Prinzipien

Prinzipien sind so eine Sache. Man kann sich vor der Geburt des Kindes viele Gedanken machen, was einem in der Erziehung wichtig sein wird. Welche Prinzipien man hat und in welchen Punkten man unbedingt konsequent sein möchte. Ich hatte zum Beispiel immer gesagt, dass mein Kind im eigenen Bett schlafen wird. Mein Kind nehme ich nicht mit in mein Bett. Diese Vorstellung hielt an bis mein Kind wenige Tage alt war. Denn schnell stellte sich heraus, dass mein Kind ein Nähebedürfnis für 3 Kinder hat. Dass sie am Liebsten wieder in mich hineingekrochen wäre. Da das nicht ging, blieb ihr nichts anderes übrig, als auf, über und neben uns zu liegen. Gaaanz nah! Also schlief sie nur auf meinem oder Papas Bauch liegend. Kinderschlaf ist eben unberechenbar... Und so ist es vielleicht mit vielen Dingen, die man sich vorher so überlegt hat. Wartet damit am besten, bis euer Kind auf der Welt ist. Es übernimmt dann ganz allein die Führung (wenn es darf) und sagt euch an, was Sache ist. Am Besten, ihr akzeptiert euren neuen Chef/Chefin wie er/sie ist ;)! Das macht die Zusammenarbeit leichter. 



Q - Quatsch 

Kinder haben immer Quatsch im Kopf. Ihnen fallen die interessantesten Ideen ein und setzen diese auch oft direkt in die Tat um. Oft schneller, als man das größte Übel verhindern kann. So wird beispielsweise der Joghurt in einem unbeobachteten Moment zur Bodylotion umfunktioniert. Wenn man sich dann wieder zum Kind umdreht, dann hat man plötzlich ein weißes Joghurtmonster vor sich sitzen. Oder die neuen Stempel werden nicht nur zur Verzierung des Papiers genutzt, sondern Körper und Kleidung werden auch damit aufgemotzt. Oder oder oder. Und jedes Mal muss man sich entscheiden. Lachen oder Weinen? Meine Empfehlung: Immer Lachen! Meine Devise lautet: "Ist nicht so schlimm". Das hat mein Kind inzwischen schon so häufig gehört, dass sie es direkt selbst sagt, wenn irgendetwas passiert ist oder sie etwas (lustiges) angestellt hat. Und Kinder sollen doch auch Kinder sein, ausprobieren, testen und lachen, lachen, lachen. Also mitlachen, selbst nochmal Kind sein und den Quatsch im eigenen Kopf auch in die Tat umsetzen. Die Kinder lieben es!



Na, habt ihr euch und/oder euer Kind auch bei dem ein oder anderen Punkt wieder erkannt?

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