Samstag, 23. Juni 2018

Die unfreiwillige Fernsehpause

Ja, inzwischen haben sicherlich alle mitbekommen, dass wir immer noch ohne Internet sind… Und das nun schon seit geschlagenen zwei Monaten. Unser DSL/Festnetz-Anbieter bekommt es einfach nicht auf die Reihe, unseren Umzug zu bewerkstelligen. Daran hängt also Festnetz, WLAN und Fernsehen, da wir auch das (eigentlich) via Internet tun.

O. k., Festnetz kann man in der heutigen Zeit auf jeden Fall eine Zeit lang (oder auch ganz) entbehren. Schließlich hat inzwischen auch der Letzte ein Handy. Das telefonieren ist also gesichert.

Beim Internet beziehungsweise WLAN sieht das schon anders aus. Internet hat man über das Handy natürlich auch. Mobile Daten ein und los geht’s… Doch irgendwann ist das Datenvolumen aufgebraucht. Und wenn man gezwungenermaßen ausschließlich darüber ins Internet geht, ist am Ende des Datenvolumens noch ziemlich viel Monat übrig. Jetzt ist es ja nicht mal so, dass ich immer und ständig im Netz surfen müsste… Naja, aber so komme ich nun mal am Einfachsten an das Zitronenkuchen-Rezept, An die Telefonnummer meines Frisörs oder an die U-Bahn-Verbindung zu meinem nächsten Termin. Aber am schwierigsten ist Bloggen ohne WLAN… ich hatte mich so sehr auf die Zeit nach dem Umzug gefreut, endlich wieder voll einsteigen zu können! Nun fühle ich mich äußerst ausgebremst! Doch ich tue mein Bestes, um euch (einigermaßen) regelmäßig mit neuem Lesestoff zu versorgen. Versprochen! Nur kann ich nicht immer mit Bildern dienen...Wenn das nächste Woche nicht endlich klappt, dann wird einen Surfstick angeschafft. Basta!



Naja, und bis vor Kurzem Mussten wir somit auch eine Fernseh-Zwangspause einlegen… am Anfang merkt man dann doch, was für ein Fernseh-Junkie man doch. Und wie sehr das Fernsehprogramm doch auch den Tagesablauf beherrschen kann. Man behält automatisch die Uhr im Blick und verrichtet seine Hausarbeit so, dass man um 15:00 Uhr pünktlich zu „Shopping Queen“ oder abends zur Lieblings-Soap einschalten kann. Ich habe immer behauptet, dass wir wenig Fernsehen, doch ich habe meine Meinung geändert und behaupte nun das Gegenteil! Da kam früher (vor der Zwangspause) schon einiges an Fernsehzeit pro Tag zusammen… Ich würde sagen, dass wir im Schnitt mindestens 2,5-3 Stunden vor der Glotze hingen. Mit wir meine ich übrigens meinen Mann und mich. Das Äffchen darf auch mal „Sandmännchen“ oder „Biene Maja“ sehen, aber bei ihr achte ich sehr auf einen angemessenen Konsum.
Es ist also erstaunlich, wie viel Zeit man plötzlich hat, wenn der Fernseher ausbleibt. Ich habe endlich mal wieder einfach gelesen und in diesem Zeitraum schon drei Bücher nicht geschafft (doch auch hier musste ich auf alte Bücher zurückgreifen, weil ich mangels WLAN keine neuen Bücher auf mein E-Book laden konnte). Außerdem habe ich ein Bullet Journal angefangen (eine Art modernes Notizbuch und Terminplaner) und viel Zeit in die Gestaltung gesteckt. Und ich habe die Zeit zum ausräumen der letzten Umzugskartons genutzt. Meine CD Sammlung sortiert und liebevoll in meinen neuen alten CD-Koffer gepackt. Dabei stieß ich auf schöne CDs, die ich lange nicht angehört habe und nahm mir auch dafür endlich wieder Zeit.
Bei dem schönen Wetter, mit dem wir bis vor kurzem gesegnete waren, haben wir auch ganze Abende auf der Terrasse verbracht, den Garten gegossen und so weiter. Dabei stellte ich für mich fest, dass das Gießen auf mich eine fast meditative Wirkung hat. An nichts denken, die Natur genießen und dem Rauschen des Wassers aus dem Schlauch lauschen… Herrlich! Das geht soweit, dass ich doppelt genervt bin, wenn es regnet, weil dann mein abendliches Gießen ausfallen muss.

Mein Fazit:
Wir haben den Fernseher kaum vermisst. Nur sehr punktuell, zum Beispiel Freitag abends zu „Let‘s Dance“ oder zum ersten WM-Spiel der Deutschen. Ansonsten fiel uns auf, dass wir viel zu viel Zeit mit der Glotze vergeudeten. Immer mit der Ausrede, abends zu platt für was anderes zu sein, sich nur berieseln lassen und entspannen zu wollen. Denn Interessanterweise entspannte ich mich in der fernseherlosen Zeit mit anderen Beschäftigungen mindestens genauso sehr, wie vor der Flimmerkiste.

Inzwischen haben wir uns denn noch übergangsweise um ein Satelliten-Kabel bemüht, da unsere Hausgemeinschaft über Sat fernsieht und wir somit auch über diesen Weg gucken können. Wir möchten zumindest die nächsten WM-Spiele sehen können (ich hoffe Deutschland bleibt noch eine Weile dabei).

Doch wir haben uns fest vorgenommen, den Fernseher öfters aus zu lassen und nicht wieder ins alte Fahrwasser zu geraten. Dafür war die unfreiwillige Zwangspause definitiv hilfreich.


Wie ist das bei euch? Wie viel Zeit Verbringt ihr vor dem Fernseher? Oder womit beschäftigt ihr euch stattdessen?

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