Samstag, 17. März 2018

Von Babysittern und dem kindlichen Urvertrauen

Heute war ein großer Tag in unserem Familienleben. Für andere ist das evtl. etwas Alltägliches. Aber bei uns war es ein großes und einschneidendes Ereignis. Denn heute haben wir unser Äffchen zum ersten Mal (ever) von einer Babysitterin betreuen lassen. Wie gesagt, vielleicht kein großes Ding für Viele. Doch ich konnte mir bis Äffchens zweiten Geburtstag nicht vorstellen, sie in andere Hände zu geben. Großeltern und KiTa-Erzieher sind da was anderes. Da besteht ein anderes Verhältnis.

Unsere erste große Herausforderung bestand hierbei schonmal darin, die geeignete Babysitterin zu finden. Wem vertraut man sein Kind an? Jemand völlig Fremden? Freunden? Mit eigenen Kindern oder ohne? Wir waren wirklich überfragt. Sehr schnell haben wir uns entschieden, nicht unbedingt unsere Freunde zu fragen. Viele haben eigene Kinder und somit genug zu tun. Ihnen möchte ich nicht regelmäßig mein Kind auch noch aufbrummen. Natürlich kann man das ab und zu mal machen, wenn es sein muss, bei wichtigen Terminen. Und ich bin mir sicher, dass alle Freunde da gerne helfen würden. Doch wir wollten eigentlich auch eher dann mal eine Babysitterin anheuern, wenn wir Zeit für uns zu zweit haben möchten. Mal Essen gehen oder so. 

Wir haben also lange hin und her überlegt, wen wir hierfür fragen könnten. Unsere Wahl ist letztendlich auf eine junge Bekannte gefallen. Sie ist noch Schülerin und ganz verzückt von unserem Äffchen. Eigentlich hatten wir schon für Anfang Februar das erste Treffen geplant. Doch durch unsere Krankheitszeit mussten wir das immer wieder verschieben, bis heute. 

Mein Mann und ich waren schon ziemlich aufgeregt deshalb. Eigentlich kennen wir das durch die KiTa und die Großeltern ja schon, das Äffchen abzugeben. Aber wie gesagt, das ist etwas anderes. Die kennt sie ja. Unsere Babysitterin kannte sie bisher nur vom Sehen. Darum haben wir heute schon den ganzen Tag erzählt, dass heute eine große Freundin für sie kommt, die mit ihr spielen möchte. Als es dann geklingelt hat, war das Äffchen schon ganz aufgeregt. Als sie dann da war, war das Äffchen noch etwas schüchtern und zurückhaltend. Doch als ich die Kugelbahn gebracht habe, fing sie schnell an aufzutauen und mit ihr zu spielen. Wir hatten uns für heute vorgenommen, erst mal eine Weile dabei zu bleiben und zu sehen, wie es funktioniert. Hätten wir kein gutes Gefühl gehabt, wären wir heute noch gar nicht weggegangen. Doch schon nach einer guten halben Stunde war das Äffchen so sehr ins Spiel mit der Babysitterin  vertieft, dass wir es wagen konnten. Wir erklärten dem Äffchen, dass Mama und Papa jetzt los müssten, ein bisschen einkaufen würden usw. Sie guckte nur kurz auf, sagte Tschüss und spielte weiter... Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, ihr ein Küsschen zu geben. Und dann sind wir los. Etwas erschlagen, von der Geschwindigkeit, die unser Kind an den Tag legt, aber auch glücklich.

Wir sind auch nicht weit weg gegangen und haben gesagt, dass wir jederzeit erreichbar sind. So sind wir zum nächstgelegenen Cafe gefahren und haben uns in Ruhe ein leckeres Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee bzw. Kakao gegönnt. Insgesamt sind wir eine Stunde weg geblieben. Wir wollten es heute auch noch auf keinen Fall ausreizen. Weder für das Äffchen, noch für die Babysitterin. Schließlich sollten alle ein gutes Gefühl behalten. Das hat auch geklappt. Als wir wieder nach Hause kamen, hörten wir schon im Treppenhaus vergnügtes Gekichere aus der Wohnung. Das Äffchen malte fröhlich mit der Babysitterin am Tisch. Sie freute sich aber auch uns zu sehen.

Warum macht das Äffchen das so mit? Schließlich kannte sie die Person kaum und doch ist sie nach einer halben Stunde für 60 Minuten mit ihr alleine geblieben. Ich bin hundertprozentig sicher, dass es am erfolgreich aufgebauten Urvertrauen liegt. Unser Äffchen ist sich inzwischen so sicher und vertraut uns so sehr, dass sie weiß, wir kommen wieder. Und, wir lassen sie mit niemanden alleine, dem wir selbst nicht vertrauen. Und das macht mich unheimlich glücklich! Gerade in der Anfangszeit war meine größte Sorge, dass das Kind eine gute Bindung zu uns und wir zu ihm aufbauen werden. Durch die Frühchengeburt und die Trennung nach der Geburt wurde uns der Anfang ja auch nicht gerade leicht gemacht. Gott sei Dank konnten wir das durch gaaaaaanz viel Nähe, das Stillen, das Co-Sleeping und die Bedürfnisorientiertheit wieder aufholen. 

Wir freuen uns jedenfalls auf den nächsten Versuch. Dieser soll in nicht allzu ferner Zukunft liegen, damit das Äffchen sie noch kennt und ein Bild vor Augen hat. Gerade auch im Hinblick auf den Umzug kann eine gute Babysitterin auch echt hilfreich sein. Oder eben einfach mal für uns 💕.
  

Kommentare:

  1. Ein toller Beitrag über gegenseitiges Vertrauen.
    Ich hätte das nicht einfach so gekonnt.

    LG Sabana www.buchjunkie.de

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  2. So schön! Wir hatten noch nie so richtig einen Babysitter fällt mir da ein, ist halt das gute wenn du Grossen Kindern bis zu 17Jahre älter sind😉.
    Dann wünsche euch eine immer gute freie Babysitterzeit.Ist ja toll wenn man einen verlässlichen Babysitter hat.

    LG aus Norwegen
    Ina

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  3. ein interessanter Einblick wieder einmal in euer Familienleben liebe Britta!

    ich stelle es mir ja wahnsinnig nervenaufreibend vor, einen geeingneten Babysitter zu finden! ich habe selber auch mal gebabysitted und auch von dieser Seite aus kann ich nur sagen - die Chemie muss wirklich stimmen!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von www.liebewasist.com

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  4. Eine Babysitterin hatte ich in dem Sinne nie, aber so wie Dir ging es mir als ich meine Maus das erste mal mit 2 Jahren zu einer Tagesmutter bringen musste damit ich wieder arbeiten gehen konnte. Das hat zum Glück wunderbar funktioniert und ich bin aus der Not heraus lockerer geworden.

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  5. Ich kenne nur die Babysitterseite und ohne das Vertrauen der Eltern hätte das für mich auch nicht funktioniert.

    Gruß Silke

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  6. Wir haben für unsere Kinder keinen (externen) Babysitter, das machen immer die Omas. :)
    Liebe Grüße,
    Marie

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  7. Das "Problem" habe ich zum Glück nicht. Und werde es leider auch wahrscheinlich nie haben. Sollte es dennoch einmal irgendwann Thema werden, hab ich mir das auch schon überlegt, wie ich das regeln soll. Meine Eltern sind in Deutschland, die Mutter meines Partners wohnt 2 Stunden Autofahrt von hier weg und sein Vater hat mit seiner Behinderung genug zu tun. Vielleicht ganz gut, dass ich unter den gegebenen Umständen kinderlos bin. LG Julia

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  8. Ich freue mich sehr für euch, dass das Projekt so erfolgreich war und "das Äffchen" sich mit seiner Babysitterin wohl gefühlt hat. Das lässt sehr hoffen, dass es bei uns vielleicht in Zukunft auch klappen könnte. Eine Stunde Zweisamkeit ist manchmal Gold wert. In unserem Fall (keine Omis vorhanden) sollten wir uns diese Idee vielleicht auch nochmal durch den Kopf gehen lassen.

    Morgen besuche ich auf jeden Fall einen Vortrag für ein Projekt für "Leih-Omis" und "Opis". Bin schon sehr gespannt darauf die Menschen und das Konzept kennen zu lernen. :-)

    Alles Liebe,
    Corinna

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  9. Den richtigen Babysitter zu finden, dem man auch voll vertrauen kann, ist wirklich schwer. Wir hatten zum Glück jahrelang die gleiche Babysitterin, die mittlerweile zu einer guten Freundin geworden ist.

    Alles Liebe

    Freya

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