Donnerstag, 25. Januar 2018

Erziehung könnte so einfach sein, ohne ...! - Teil 1

Kennt ihr den Gedanken, dass Erziehung ohne gewisse Dinge so viel einfacher wäre? Gibt es bei euch auch Sachen oder Menschen, die euch den Spaß an Erziehung schmälern oder den Umgang mit eurem Kind erschweren? Ich denke jedes Elternteil hatte diesen Gedanken schonmal. Z.B. bei ungefragten Erziehungratschlägen, der alles besserwissenden Tante, anderen Eltern, deren Kinder schon viel schneller und besser laufen, reden und schreiben können usw. 

Da jede Mutter (und jeder Vater) seine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema machen, starte ich heute die mehrteilige und lustig-satirische Reihe "Erziehung könnte so einfach sein, ohne...". Heute lege ich mit meiner Geschichte los. Die Reihe wird dann immer Ende der nächsten Monate fortgeführt, bis Ende Dezember. Es wird also insgesamt 12 Teile geben. Die weiteren Beiträge der Reihe werden von tollen Gastautoren kommen, die alle auf lustige Weise und mit einem Augenzwinkern die ein oder andere Sache beschreiben, welche ihnen das Leben als Eltern erschweren und wie sie damit umgehen. Ich freue mich auf die Beiträge. Warum ich das mache? Ich möchte euch einfach zeigen: Ihr seid nicht allein, jeder hat seine Kämpfe auszutragen und seine Schwierigkeiten als Mama oder Papa. Ihr sollt auf humorvolle Weise aufgemuntert werden, wenn ihr mal genervt seid und vielleicht könnt ihr dann den ein oder anderen "Nervfaktor" mit einem kleinen Schmunzeln besser ertragen.


Hier kommt nun mein Beitrag: 

"Erziehung könnte so einfach sein, ohne ... Meinungsverschiedenheiten!" 

  
Wir sind uns nicht immer einig in allen Erziehungsfragen und -dingen. Wer ist wir? Mein Mann und ich! Natürlich bin ich mir auch mit anderen Leuten nicht immer einig (Großeltern, Mamafreundinnen etc.), aber damit kann ich - frei nach dem Motto "leben und leben lassen" - umgehen. Mein Mann hält aber nichts davon mich so "leben zu lassen" bzw. erziehen zu lassen, wie ich mir das immer so vorstelle. Der redet mir rein und das nicht zu knapp!

Bin ich der Meinung, dass das Joghurt-Geschmiere am Esstisch wichtig für die Sinneswahrnehmung des Äffchens ist, hält er es nur für eine riesige Sauerei (und das trotz mehrerer Semester in Pädagogik... *kopfschüttelndes Erzieher-Ich*).

Bin ich überzeugt, dass das Äffchen motorisch schon sehr fit ist und durchaus freihändig auf dem Schaukelpferd stehen kann, schreit er voller Entsetzen, das sei viel zu gefährlich (als hätte er das als Kind nicht selbst auch ausprobiert...).

Gestaltet das Äffchen ein Kugelschreiber-Gemälde auf Papier am Esstisch (welcher in wenigen Wochen durch einen Neuen ersetzt wird), feiere ich ihr Kunstwerk ab, während mein Mann sich darüber empört, das Kind könne über das Papier hinausmalen und den (längst schon sichtlich ramponierten Tisch) ruinieren.

Vom Umgang mit Süßigkeiten (der Herr futtert zum Frühstück gerne Schokomüsli oder Schokocroissant, während das Äffchen seiner Meinung nach nichts abbekommen sollte - Männerlogik...), gar nicht erst zu reden.

Das ist manchmal wirklich zum Verzweifeln! Mein Mann betont gerne (und mehrmals täglich), dass mein Erziehungsstil "viel zu lasch" sei und ich mit meinem "Erzieher-Gehabe" alles glorifiziere, was das Kind tut. Auch wenn es aus seiner Sicht eine riesige Sauerei, Pitscherei oder gar Unart ist. Ich wiederum finde, dass er "viel zu streng" sei, dem Kind manchmal seine Freiräume nehme und dringend etwas lockerer werden sollte.

Soviel zur trauten Einigkeit zwischen Mama und Papa... Da kann man schon mal glauben, dass Erziehung ohne Meinungsverschiedenheiten so viel einfacher wäre.

Für euch sieht das jetzt vielleicht so aus, als wären wir grundverschieden in unseren Meinungen, Glaubenssätzen und Erziehungsstilen. Aber ist das wirklich so schlimm? Oder ist das nicht auch einfach ein stückweit normal? Jeder Mensch, ob Männlein oder Weiblein, hat ja gewisse Erfahrungen und Ansichten im Gepäck, wenn sie Eltern werden. Diese setzen sich zusammen aus Erfahrungen aus der Kindheit, Erziehungsvorbildern, Erziehung der Eltern, gesellschaftlichen Konventionen uvm. Sie können also bei Mama und Papa eines Kindes sehr unterschiedlich sein. Dem Einen wurde als Kind evtl. viel zugetraut, dem Anderen weniger. Der Eine wurde evtl. liberaler erzogen, der Andere strenger. Hier könnte man viele Beispiele aufzählen. In manchen Fällen prallen hier sehr verschiedene Prägungen und Haltungen aufeinander. Und als Eltern wird man dann gefordert, sich abzustimmen, falsche oder veraltete Ansichten abzulegen und sich und sein Handeln immer wieder zu hinterfragen und zu reflektieren. 

Dies hat zur Folge, dass wir uns viel austauschen, viel diskutieren, erklären und argumentieren, um auch für unsere Tochter auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Zum Glück sind wir uns aber in den wirklich wichtigen Dingen, wie Bedürfnisorientiertheit, Wertschätzung und Akzeptanz einig. Alles andere lässt sich ausdiskutieren...!


Seid ihr euch immer einig in allen Erziehungsfragen? Welche Meinungsverschiedenheiten gibt es bei euch?

Kommentare:

  1. ich kenne mich in Erziehungsfragen ja selber nicht so aus, aber ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass beide Elternteile sich bei der Erziehung einige sind oder zumindest nicht etwas völlig gegensätzliches anstreben ... leider habe ich das bei meinen Neffen nämlich so erlebt :/

    da waren sich die Eltern nicht immer einig ;)

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von www.liebewasist.com

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  2. Bei uns gibts da Gott sei dank nicht so viel Unterschied in Hinsicht auf Erziehung. Wobei ich etwas strenger bin wie mein Mann. Aber er würde sie ja nur hinten und vorne verwöhnen, oder sie einfach tun lassen, um seine ruhige Minütchen zu haben. Ich bin aber auch kein Monster ;-) Nur gehören ein paar Regeln definitiv zur Erziehung. Sie sollen die Regeln nicht erst in der Schule lernen müssen und damit Probleme bekommen. Alles natürlich kindgerecht serviert ;-)
    Liebe Grüße
    Tanja

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  3. Also ich habe keine Kinder, aber das fängt ja oft schon bei viel kleineren Dingen an. Ich finde, man wäscht den Küchenlappen und wringt den Küchenlappen nach Benutzung aus, er findet man tut das davor. Beides funktioniert für sich, kombiniert eher problematisch :D aber so lernt man eben, wie du schreibst, auch Mal andere Ansichten kennen.
    Liebe Grüße
    Dorie von www.thedorie.com

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  4. Huhu!
    Bei uns ist es im Moment auch ziemlich schwierig was die Erziehung angeht. Mein Mann und ich sind meistens einer Meinung, nur ich bin oft die einzige die auch was durchzieht. Das ist aber nicht so schlimm. Bei uns sind es eher Oma und Opa, klar bei Oma und Opa ist alles anders und besonders, aber sie wohnen unten und die kleine Maus geht fast jeden Tag dort Hallo sagen. Bekommt dementsprechend auch fast alles was sie will. Nervt zur Zeit etwas, aber sie sind auch immer für uns da,wenn wir sie brauchen, da möchte ich nicht so viel schimpfen. Wird bestimmt auch noch wieder besser :)
    Einen schönen Abend dir noch
    Liebe Grüße Sabrina
    Www.bidiliswelt.de

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  5. Hi.... Kinder können einen aber auch manchmal zur Verzweiflung bringen, zum Glück sind mein Mann und ich uns fast immer einig.
    LG Kati
    www.kuchenkindundkegel.de

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  6. Ach, wie herrlich! Bei uns ist es eher umgekehrt, ich bin die, die den Herzinfarkt kriegt bei der Schaukelpferde-Voltigier-Aktion oder - hey - der arme Tisch! Der kann doch nix dafür, dass er bald ausrangiert wird! Ich stopf mich mit Süßem voll, die Kinder dürfen das nicht! Natürlich ecke ich da mit meinem Mann auch an, der das alles so sieht wie Du. Das sind normale Familiengeschichten.

    Schönes Wochenende,

    LG, Bea

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  7. Mein Mann ist mir ein sehr gutes Gegenüber. Er würde instinktiv ziemlich bedürfnisorientiert erziehen, braucht also nicht viel Extra-Infos. Ich bin dankbar für gute Quellen zum Thema Attachment Parenting, was ich ein wunderbares Konzept (wenn man es so nennen will) finde und wo ich mich umfassend informiere. Wenn ich mal wieder etwas finde, was ich gerne übernehmen will und wo ich merke, dass wir das (noch) anders machen, rede ich mit meinem Mann darüber und wir kommen zu einer Übereinkunft. Unser letztes Thema war, dass er unserm Töchterchen öfters was aus der Hand nimmt, weil er meint, es ist zu gefährlich. Da bin ich sehr dagegen, wenn er nicht will, dass sie was nimmt, soll er es außer Reichweite bringen, bzw. rechtzeitig signalisieren, dass sie es nicht nehmen soll. Aber ihr ohne Vorwarnung etwas wegzunehmen, was eventuell vorher OK war, weckt bei ihr verständlicherweise und unnötigerweise Missmut. Das sieht mein Mann auch ein und versucht, es nicht mehr zu tun. Wir finden meist schnell eine Übereinkunft, die wir beide gut finden. Wir werden nie komplett gleich erziehen, aber das finde ich auch nicht schlimm. Im Großen und Ganzen haben wir dieselben Prinzipien, halt verschiedene Schmerzgrenzen, aber für das Baby ist es recht klar, was beim wem OK ist und was nicht.

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