Donnerstag, 19. Juli 2018

Mama denkt: WOW - MOM

Liebe Mama,

fühlst du dich manchmal wertlos? Beruflich unbedeutend? Als würdest du nur so vor dich hinleben? 

Glaubst du, die Nachwelt würde dich sofort vergessen, weil du nichts Großes erreicht hast? Weil du nichts beigetragen hast zum großen Ganzen?

Denkst du, deine Meinung, dein Wissen und deine Fähigkeiten seien nichts wert? Zu nichts nutze?

Dann denke daran:

Du bist die wichtigste Person auf dieser Welt. Die wichtigste Person für dein Kind. Alles was du tust und kannst wird noch lange nach deinem Sein in guter Erinnerung bleiben. In der Erinnerung deines Kindes an seine wundervolle Kindheit.

Deine Liebe wird noch ewig nachwirken, im Herzen deines Kindes, auch wenn es längst erwachsen sein wird.

Deine Geduld, deine Gutmütigkeit und deine Besonnenheit werden auch später noch der sichere Hafen für dein Kind sein.

Deine Aufopferung und all die Zeit, die du deinem Kind schenkst, lohnt sich und wird dir tausendfach zurückgegeben werden. Durch umarmende Kinderhände, strahlende Kinderaugen und freche Grinser. Durch Küsschen und "Mama, ich hab dich lieb".

Du tust Großes, jeden Tag! Vergiss das nicht!



Ja, heute wird es mal wieder etwas nachdenklicher. Das sind so meine Gedanken in den letzten Tagen gewesen. Ich habe darüber sinniert, was für Ziele ich im Leben noch habe, was ich vielleicht noch erreichen möchte und ob das zu schaffen ist. Ich bin schließlich Mama und was kann man schon mit einem Teilzeitjob so reißen? Die meiste Zeit verbringe ich mit meinem Äffchen. Ich bin immer für sie da, versuche auch GANZ für sie da zu sein, bewusst Zeit mit ihr zu verbringen. Denn wie heißt es so schön: "Unser Alltag ist ihre Kindheit". Und da wurde mir klar, was ich eigentlich schon immer wusste. Meine Familie ist meine Erfüllung. Egal was ich alles erreichen möchte oder könnte. Es wäre nichts wert, wenn sie fehlen würde. Für nichts und niemanden würde ich mich je so hingeben und (manchmal auch) aufopfern wollen wie für sie. 

In der Gesellschaft wird diese Gesinnung leider oft als rückständig betrachtet. Als wäre man gleich ein Hausmütterchen, nur weil man viel Zeit in die Familie investiert. Nur weil man keinen Vollzeitjob annimmt. Es wird einem unterstellt, dass man seine Träume und Ziele wegwirft und eben "zu nichts mehr nutze" ist. Doch wer weiß schon, was meine wahren Träume und Ziele sind? 

Und wer sagt denn, dass das was wir Mamas tun, eben weniger Wert ist, als eine steile berufliche Karriere hinzulegen? Mal davon abgesehen, dass sich mein Werdegang aus meiner Sicht auch sehen lassen kann (aber das ist wieder eine andere Geschichte). Sind wir tatsächlich faul, weil wir zu Hause bleiben? Weil wir Hausfrauen sind (das Wort ist leider heutzutage total verpönt) oder nicht voll arbeiten gehen? 

Ich weiß nur eins: Das Äffchen und meine Familie sind das Beste, was mir je passiert ist und ich lasse nicht zu, dass die Gesellschaft oder sonst wer dieses Glück der Welt und meine "Leistung", die ich tagtäglich erbringe, kleinreden. Ich lasse nicht zu, dass irgendwer beurteilt, ob ich genug tue, ob ich meine Prioritäten richtig setze. Ich weiß selber gut genug, wofür ich das alles tue (oder manches eben lasse)! 

Wir Mamas sind absolut "WOW" (lies mal, was das Wort auf den Kopf gestellt bedeutet)! 

Wir sind stark, wir tun jeden Tag Großes. Ich lasse mir das nicht ausreden und ihr hoffentlich auch nicht!!!


P.S.: Hiermit möchte ich keinesfalls den vollzeitarbeitenden Mamas zu nahe treten. Jeder hat seine Berechtigung und jeder macht es gut so wie er es macht, wenn es sich gut anfühlt. Ich übe ausschließlich Kritik an der Gesellschaft, nicht an denen, die es anders machen als ich!!!


Montag, 16. Juli 2018

Herz- und Schmerz-Momente KW 28

Wir haben die letzte Arbeitswoche erfolgreich hinter uns gebracht und freuen uns jetzt auf 2 freie Wochen. Was wir erlebt haben und was uns bewegt hat, könnt ihr hier nachlesen. Viel Spaß!




💓 Mein Herz-Moment #1:

Mein absoluter Herz-Moment diese Woche fand am Samstag statt und hatte zur Abwechslung mal nichts mit dem Äffchen zu tun. Sondern irgendwie mit mir und auch mit meinem Mann und einer lieben Freundin. Ich hatte ja im Juni Geburtstag und bekam von meinem Mann 2 Musical-Karten für den 14.07. geschenkt. Doch wegen des Äffchens und aus Ermangelung eines etablierten Babysitters war die zweite Karte nicht für ihn, sondern für meine Freundin. So hatten wir also am Samstag Nachmittag einen wunderschönen Mädelstag. Ich bin sehr dankbar, dass mein Mann genau so ein Geschenk für mich gewählt hat, weil ich in letzter Zeit wenig Auszeiten hatte und er mir somit wirklich eine große Freude gemacht hat. Und als reiche das noch nicht, war das Musical auch noch superklasse und mal wieder Zeit mit meiner Freundin zu verbringen, die selber Mama ist, tat richtig gut. Absoluter Herz-Nachmittag!


💓 Mein Herz-Moment #2:

Am Sonntag Abend gab es den zweiten Herz-Moment. Wir besuchen ja momentan wieder Oma und Opa und das Äffchen freut sich schon seit Tagen darauf. Doch am Sonntag war die Aufregung riesengroß. Sie konnte trotz fehlenden Mittagsschlafs vor lauter Vorfreude abends kaum einschlafen. Immer wieder sprach sie von Opa und Oma. So süß, wie gerne sie Oma und Opa besucht. Naja, sie hat eben auch tolle Großeltern. Warum könnt ihr in meinem Blogpost Ein Hoch auf Oma und Opa nachlesen.

  
💓 Mein Herz-Moment #3:

Ja, und der letzte Herz-Moment ist wiedermal kein einzelner Moment an sich, eher eine Beobachtung, die ich gerade so mache, wenn ich mein Äffchen betrachte. Ich möchte behaupten, dass sie gerade wieder in einer Art Entwicklungsschub steckt. Sie zeigt in letzter Zeit wieder so unheimlich viele neue Verhaltensweisen, Kenntnisse und Entwicklungssprünge, die mich einfach stolz machen. Sie interessiert sich mit einem Schlag vermehrt für das Klo und schafft es auch immer wieder mal, es erfolgreich zu benutzen. Außerdem ist ihr Interesse für Farben und Zahlen plötzlich super stark geworden. Sie spricht wie ein Wasserfall und kann plötzlich ganz andere Zusammenhänge verstehen. Ihr neuestes Lieblingswort ist "doch". Okay, das macht mir zwar das Leben nicht gerade leichter, aber zeigt, dass sie sich noch besser ausdrücken kann und ihrem Willen auch verbal Nachdruck verleihen kann. Außerdem sind die Nächte seit ihrem "zweieinhalbsten Geburtstag" mit einem Mal deutlich entspannter und es kommt immer häufiger vor, dass sie durchschläft. Und zu guter Letzt fängt sie nun auch an, wirklich über einen längeren Zeitraum alleine in ihrem Zimmer oder im Garten zu spielen. Sie hat sich schon immer auch ganz gut alleine beschäftigen können. Aber immer nur in meiner unmittelbaren Nähe. Langsam wird sie selbständiger und lässt mehr Distanz zwischen uns zu. All diese Veränderungen sind mir diese Woche so richtig geballt bewusst geworden, deshalb werte ich das eben auch als Herz-Moment!


😩 Mein Schmerz-Moment

Ja, diesmal gibt es auch wieder einen Schmerz-Moment. Dieser ereignete sich gleich am Montag. Ich musste an dem Tag ausnahmsweise nachmittags/abends arbeiten. So hatte ich vormittags frei (was erstmal eher in die Kategorie Herz-Moment fallen würde). Ich konnte also das Äffchen morgens in die KiTa bringen, doch abholen musste sie mein Mann. Das war für das Äffchen absolute Premiere, bisher habe IMMER ich sie von der KiTa abgeholt oder wir zusammen. Ich habe deshalb auch schon am Tag vorher und am gleichen Tag immer wieder betont, dass es diesmal anders sein wird und Papa zum Abholen kommt. Das war auch alles noch schön und gut, das Äffchen freute sich als Papa sie abholte. Doch die große Ernüchterung kam, als die beiden dann nach der KiTa zu Hause ankamen und mein Äffchen realisierte, dass zu Hause keine Mama auf sie wartete. Das Haus war leer und das Äffchen plötzlich völlig außer sich. Sie hatte wohl fest damit gerechnet, dass sie mich daheim vorfinden würde. Ich hatte ihr auch nicht explizit gesagt, dass dem nicht so sein wird. Irgendwie dachte ich, dass sei klar. Es hat dann ziemlich lange gedauert, bis sie sich beruhigt hat. Das zu hören ist natürlich für mein Mutterherz gar nicht schön gewesen. Ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich das Äffchen nächstes Mal besser vorbereiten kann. Als ich dann abends nach Hause kam, ging es ihr zum Glück wieder blendend und sie kam mir strahlend entgegen. Trotzdem ein ziemlicher Schmerz-Moment und hoffentlich nächstes Mal besser lösbar!


Was hat eure Woche denn so für euch bereitgehalten?



Samstag, 14. Juli 2018

4 Anzeichen, dass mein Kind urlaubsreif ist

Aus aktuellem Anlass geht es in meinem Blogpost heute um das Gefühl urlaubsreif zu sein. Reif für die Insel, fertig mit der Welt und ziemlich geschafft. Nichts mehr sehen und hören und alle Viere von sich strecken wollen. Bestimmt kennt ihr das auch, oder?


Doch nicht nur uns Erwachsenen geht das so, auch unsere Kinder leisten im Alltag Großes. Sie müssen oft schon von Kleinauf früh aufstehen, damit sie rechtzeitig in der KiTa und Mama und Papa in der Arbeit sein können. Dann verbringen sie oft mehrere Stunden in der KiTa. Das ist auch nicht nur Spielen. Das ist durchaus mit dem Arbeitstag der Erwachsenen zu vergleichen. Sie lernen täglich Neues, erwerben Wissen und Kompetenzen und das unter schwierigen Bedingungen: Erhöhter Lärmpegel, wenig Rückzugsmöglichkeiten, soziale Schwierigkeiten, Regeln, die eingehalten werden sollen etc. Ihre KiTa-Tage sind oft länger als die Arbeitstage von uns Eltern. Doch auch nach der KiTa hören die Verpflichtungen oft noch nicht auf. Mama muss noch einkaufen, der Kinderturn-Kurs um 16 Uhr fordert nochmal Kräfte und Geduld wird gefordert, wenn Mama oder Papa erstmal staubsaugen müssen, anstatt sich mit dem Kind beschäftigen zu können. Dass bei dem Alltag auch bei den Kindern irgendwann die Luft raus ist, ist nicht verwunderlich. Auch sie brauchen irgendwann eine Pause, Zeit für Erholung und um neue Kraft zu tanken und das möglichst mit Mama und Papa.

Doch woran erkenne ich bei meinem Kind, dass es soweit ist? Dass die Pause ansteht und es jetzt einfach mal reicht?

Ich habe euch hier einfach mal 4 eindeutige Anzeichen zusammengefasst, an denen ich erkennen kann, dass mein Äffchen Urlaub braucht. Vielleicht habt ihr schon Ähnliches bei euren Kids beobachten können.


1. Müde und schlapp

 Meinem Äffchen geht es wie mir. Wenn es urlaubsreif ist, dann kommt es morgens nicht mehr gut aus den Federn. Okay, sie gehört grundsätzlich (glücklicherweise) eher zu den "Langschläfern", d.h. wir waren noch nicht im Team 6 Uhr (das heißt aber auch, dass wir noch nie zum Feierabendteam 19 Uhr gehörten...). Wenn sie also "ausschlafen" darf, dann steht sie zwischen 7 und 8 Uhr auf. Im Alltag muss sie meist spätestens um 7 Uhr, meistens eher 6:30 Uhr aufstehen. Normalerweise schafft sie das auch ganz gut und hat nach der ersten Morgenmuffeligkeit (die sie nicht von mir hat) meist gute Laune. Nicht so, wenn sie urlaubsreif ist. Dann will sie gar nicht richtig wach werden und schon gar nicht aufstehen. Und auch die Morgenroutine wird öfters zum Kampf. Dann ist klar, jetzt reicht's!


2. Unzufriedenheit und Wutanfälle 

Ich merke beim Äffchen auch allgemein an der Stimmung, wie die Lage ist. Grundsätzlich ist sie ein relativ ausgeglichenes und fröhliches Kind, das schnell und viel kooperiert undn icht viel braucht, um zufrieden zu sein. Wenn sie aber urlaubsreif ist, ist sie schneller gereizt, lustloser und ungeduldiger mit sich und uns. Plötzlich weiß sie scheinbar selber nicht mehr, was sie will. Möchte das Eine und gleich darauf das Gegenteil. Die Gefahr der Wutanfälle steigt deutlich an. Auch dann weiß ich: Das Kind braucht eine Pause...


3. Mehr Bespaßung 

Wenn das Äffchen urlaubsreif ist, dann ist sie weniger einfallsreich und kreativ in ihrem Spiel. Sie braucht mehr Aufmerksamkeit undm öchte am Liebsten rund um die Uhr bespaßt werden. Sobald ich es wage, mich mal hinzusetzen, kommt das Äffchen angerast und ruft "Aufstehen" oder "Mama, komm spielen". Scheinbar ist sie dann zu "erschöpft", alleine zu spielen und braucht Unterstützung.


4. Mehr Nähe

Außerdem fällt auf, dass das Äffchen je nach "Urlaubsreifegrad" nähebedürftiger wird. Sie ist dann (noch) anhänglicher und näher an mir dran, also sonst. So holt sie sich ihre nötigen Auszeiten, die sie in dem Moment wohl gerade noch dringender braucht. Also wenn mein Äffchen zum Klammeräffchen mutiert, dann weiß ich Bescheid.


Wenn ich diese Veränderungen beim Äffchen feststelle, dann versuche ich erstens, besonders einfühlsam auf ihre Bedürfnisse einzugehen und möglichst geduldig mit ihr zu sein. Doch das hilft nur bedingt, denn damit wird die Ursache für die Urlaubsreife ja nicht behoben. Daher schaue ich, wann der nächste Urlaub ansteht. Im Idealfall (so wie jetzt). Ist der nächste Urlaub in Sicht. Wir haben zum Glück in den nächsten zwei Wochen frei und machen es uns richtig schön. Doch nicht immer kann man direkt einen Urlaub aus dem Ärmel zaubern, wenn man selbst oder das Kind (oder beide) eine Auszeit bräuchten. Wenn kein Urlaub in Aussicht steht, dann versuche ich, zumindest die Wochenenden ruhig angehen zu lassen. Diese beiden Tage möglichst ohne weiteren Stress zu gestalten und dem Äffchen (und uns) Zeit zum Ausruhen, Kuscheln, Spielen und Erholen zu bieten. Auch das kann schon helfen. Wenn nötig werden dann auch mal Termine gecancelt oder umgeplant, sodass das Äffchen mal eine Verschnaufpause haben kann. Aber auch unter der Woche nach Arbeit und KiTa muss in einer solchen Phase nicht noch ein Spieldate pro Tag eingeplant werden. Im Gegenteil, Zeit zum Spielen, Ausruhen und Runterfahren ist auch dann Gold wert.


Wie geht ihr damit um, wenn ihr diese oder ähnliche Symptome der Urlaubsreife bei euch und euren Kindern entdeckt? 


 

Donnerstag, 12. Juli 2018

Von Selbstbestimmung und kindlichen Entscheidungen

Wie schon in meinem Blogpost Entscheidungen - ja, nein, vielleicht... kurz erwähnt, treffen wir Menschen am Tag (laut Verhaltensforschern) ca. 20.000 Entscheidungen. Die Zahl haut mich wirklich immer noch um.

 
Aber nicht nur bei uns Erwachsenen, sondern auch im Alltag unserer Kinder gibt es viele Entscheidungen zu treffen: Was wird heute in die KiTa/Schule angezogen? Kleid oder Hose? Sandalen oder Gummistiefel? Was soll gefrühstückt werden? Wird mit dem Auto oder der Puppe gespielt? Soll gemalt oder getobt werden? Drinnen oder draußen gespielt werden? Im Sand oder auf der Rutsche? Wollen wir nach Hause gehen oder noch am Spielplatz bleiben? Soll das rote oder das grüne Sandförmchen gekauft werden? Fahren wir mit dem Fahrrad zum Einkaufen oder gehen wir zu Fuß? Und das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die sich täglich stellen. Doch darf diese (oder andere) Entscheidungen wirklich mein Kind treffen? Wie selbstbestimmt darf mein Kind seinen Alltag (mit)gestalten? 

In vielen Köpfen kursiert die Annahme, dass es schneller und einfacher geht, den Kindern die Entscheidungen abzunehmen. Nach dem Motto: Wenn ich morgens bestimme, was in die KiTa angezogen werden soll, dann geht es schneller und außerdem weiß ich ja wohl eh am Besten, was gut ist, oder?

Dass mein Kind aber vielleicht ganz andere Vorstellungen hat und die blaue Jeans mit dem roten T-Shirt gar nicht anziehen möchte, weil sie viel mehr Lust auf die blaue Leggings mit dem rosafarbenen Kleid hat, das bedenke ich dabei nicht. Und dass das zu Unmut und Diskussionen oder gar zu ausgewachsenen Wutanfällen am frühen Morgen führen kann (weil das Kind noch nicht mit einer Abweichung seiner im Kopf vorgefertigten Programme umgehen kann), das vergesse ich dabei vielleicht auch. Da geht dann gar nichts schneller, im Gegenteil: Alles verzögert sich und die Nerven liegen auf beiden Seiten blank bevor der Tag erst richtig losgeht.

Und mal ehrlich: Ist es wirklich essentiell wichtig, dass die Jeans und das rote T-Shirt angezogen werden? Oder ist das nicht eine Entscheidung, die ich getrost meinem Kind überlassen kann? 

Regeln

Natürlich gibt es auch Entscheidungen, deren Asmaß/Folgen ein kleines Kind noch nicht absehen kann. Die Entscheidung meines Kindes, im tiefsten Winter bei Minusgraden nackt im Garten zu spielen, könnte ich z.B. nicht verantworten. Denn hier geht es um die Gesundhet, welche bei dieser Entscheidung durchaus gefährdet werden würde. Oder die Entscheidung, auf der Fahrbahn spazieren zu gehen, statt auf dem Gehweg oder ohne Helm Laufrad zu fahren. Das ist eine Frage der Sicherheit. Es gibt also durchaus Regeln, an die sich mein Kind halten MUSS, ob es diese nun gut findet oder nicht. 

Lernerfahrungen

Doch abgesehen davon gibt es so viele Gelegenheiten, dem Kind selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen. Denn was das Kind frühstücken möchte und ob es mittags erst die Bratwurst und dann die Kartoffel essen möchte oder umgekehrt, das ist doch völlig egal, oder? Ob es drinnen oder draußen spielen möchte ist höchstens umständlicher für mich, aber eigentlich völlig okay. Und was kann schlimmstenfalls schon passieren, wenn sich das Äffchen dazu entschließt, die Blumen im Garten mit dem Wasser aus der Regentonne zu gießen? Worst Case: Sie wird nass und muss umgezogen werden. Auch das ist kein Act, da steht mir nur meine Bequemlichkeit im Wege, wenn ich es nicht zulasse. 

Und ist es nicht auch wichtig, dass Kinder lernen, dass jede Entscheidung auch Konsequenzen mit sich bringt? Dass sie selbst ausprobieren und entdecken können? Z.B. dass die Füße nass werden, wenn sie mit Sandalen in die Pfütze springen, mit Gummistiefeln aber nicht? Dass man im Hochsommer mit der dicken Jacke bekleidet schwitzt, mit T-Shirt aber nicht? Oder dass man schlicht und ergreifend schneller wieder Hunger bekommt, wenn man nur ein Stück Wurst ist, nicht aber nach einer vollen Mahlzeit?

Und ist es nicht ebenso wichtig, dass sie lernen, wer A sagt muss NICHT B sagen? Dass sie sich auch mal umentscheiden dürfen, aus ihren Fehlern lernen und Entscheidungen berichtigen können und dürfen? Dass dann keiner kommt und besserwissend erklärt: Ich hab es dir ja gleich gesagt! All das könnten sie nicht lernen, wenn ihnen jede Entscheidung abgenommen werden würde. 

Erfolgserlebnisse

Anders herum ermögliche ich meinem Kind viele tolle Erfolgserlebnisse, wenn es Entscheidungen selber treffen darf. Wie z.B. dann, wenn es merkt, dass seine Entscheidungen hilfreich waren/sind. Dass es gut war, sich für einen Schirm zu entscheiden, weil es draußen regnet und es dadurch nicht nass wird. Oder dass das Auto ganz geblieben ist, weil es entschieden hat, es vorsichtig in die Spielzeugkiste zu legen, statt es zu werfen. 

Zudem fühlt es sich wertgeschätzt. Seine Meinung zählt und es gibt seinem Selbstbewusstsein einen kräftigen Schub, wenn es merken, dass wir ihm zutrauen, Entscheidungen selbst zu treffen.

Appell  

Ich möchte also hiermit an mich und an euch appellieren, unseren Kindern im Alltag Entscheidungsfreiräume und Möglichkeiten zur Selbst- und Mitbestimmung zu schaffen. Darin steckt unheimlich viel Lernpotenzial für die Kinder. Es wäre doch furchtbar schade, wenn wir ihnen diese Lernerfahrungen wegen Bequemlichkeit oder gut gemeinter, aber falscher Fürsorge nehmen würden, oder?


Wie ist das bei euch? Wo dürfen eure Kinder mit- oder selbst entscheiden? 



 

Montag, 9. Juli 2018

Herz- und Schmerz-Momente KW 27

Die Woche hatte es in sich! Aber im Positiven Sinne! Diesmal muss ich genau auswählen, welche Herz-Momente ich auswähle, weil es soooo viele gab! Aber lest selbst was wir erlebt haben :)!



Kurze Erklärung vorweg: Das Äffchen und ich haben relativ spontan von Dienstag bis Samstag ihre Großeltern in Süddeutschland besucht. Dazu sind am Dienstag früh mit dem Zug 4,5 Stunden gefahren und am Samstag 5 Stunden zurück. Am Mittwoch hatte ich einen geschäftlichen Termin, während dem das Äffchen sich einen schönen Tag mit Oma und Opa gemacht hat. Die anderen Tage habe ich als Urlaub rangehängt und die Zeit einfach genossen!


💓 Mein Herz-Moment #1 und #2:

Mein erster und zweiter Herz-Moment sind die jeweiligen Zugfahrten mit dem Äffchen. Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich bin, dass das Äffchen diese wirklich langen mehrstündigen Zugfahrten so bravourös gemeistert hat. Sie war so entspannt, dass es auch für mich keinen Grund zur Aufregung, Hektik oder Angespanntheit gab. Die erste Stunde hat sie jeweils erstmal verschlafen, sodass wir schon ein Stück Weg geschafft haben, bevor sie richtig aktiv wurde. Und auch dann war sie unheimlich zufrieden und hat sich mit Buntstiften, Büchern, Essen, Streicheleinheiten und ein paar Folgen ihrer Lieblingsserie am Handy wunderbar beschäftigt. Es lief so gut, dass ich zwischendurch mein Buch in die Hand nehmen und ein paar Seiten lesen oder einfach mal die Augen schließen konnte. Ich bin schwer beeindruckt!



💓 Mein Herz-Moment #3:

Der dritte Herz-Moment ist auch kein Moment in dem Sinne. Sondern es geht eher um die Haltung meines Äffchens gegenüber ihren Großeltern. Ich freue mich so sehr, dass mir das Herz aufgeht, dass sie ihre Großeltern so sehr liebt. Und das, obwohl sie sie bei Weitem nicht so oft sieht, wie andere Kinder evtl. Oma und Opa um sich haben. Durch die große Distanz ist ein Besuch eben mal zum Kaffeetrinken nicht einfach so drin. Und dennoch behandelt das Äffchen die Großeltern von der ersten Sekunde an immer unendlich herzlich und verteilt ihre Gunst unheimlich ausgeglichen. Opa und Oma werden gleichermaßen geliebt, bespielt und angenommen. Das freut mich wirklich sehr! 

  
💓 Mein Herz-Moment #4:

Beim letzten Herz-Moment geht es diesmal um die Heimkehr nach dem Oma-Opa-Urlaub. Da hat uns nämlich Äffchens Papa vom Bahnhof abgeholt und auf dem Gleis schon auf uns gewartet, als wir ausstiegen. Und sobald das Äffchen ihren Papa erspäht hat, ist sie freudestrahlend und mit ausgebreiteten Armen auf ihn zugerannt. Wie im Film! Es war so schön und besonders für den Papa ein schöner herzerwärmender Moment!


😩 Mein Schmerz-Moment

Selbst wenn es in dieser Woche Schmerz-Momente gegeben haben sollte, so habe ich sie vermutlich wegen der Flut an Herz-Momenten schon ganz vergessen. Daher diesmal keine Schmerz-Momente von mir...


Wie war eure Woche und was habt ihr erlebt?

Donnerstag, 5. Juli 2018

Erziehung könnte so einfach sein - Teil 5


Ich habe es wieder nicht geschafft, den neuen Blogpost meiner Reihe "Erziehung könnte so einfach sein, ohne..." pünktlich Ende Juni zu posten. Das hole ich aber gerne jetzt nach. Diesmal ein toller Beitrag von Anke mit ihrem Blog muttiglück. Sie hatte eine interessante Idee. Wenn sie das wirklich umsetzen kann, hat sie ausgesorgt, versprochen! 


Eine große Ehre für mich, zu einem Gastbeitrag eingeladen zu werden, vielen Dank liebe Britta. So habe ich tagelang nachgedacht was das Ding ist, ohne das es besser laufen würde in der Erziehung. Allerding bin ich zu einem Punkt gekommen, in meinen Überlegungen, die das Thema ein bißchen verreißen. Ich mach daraus ein anderes Thema! 😊


Erziehung könnte so einfach sein mit….

Was mich an der Erziehung meiner fünfjährigen, wilden, kreativen und umtriebigen Tochter wirklich erschöpft, von der ersten Minute an? Es gibt keine Pausen, wenn ich sie brauche. Mutter sein finde ich wundervoll, meinem Kind erläutern, warum ein Verhalten gut oder falsch ist, mag ich gerne, kuscheln, toben, spielen alles OK. Selbst der fehlende Schlaf war eigentlich immer gut zu ertragen. Aber ich habe immer ein Problem. Ich kann nicht den Zeitraum dieser Aktivitäten bestimmen.

Ich wünsche mir eine Zauberfernbedienung für Kinder.

 

ð  Kind schaut Paw Patrol und singt laut mit, während ich telefoniere? Zapp! Ton aus. Mama spricht, Kind singt, alle sind glücklich.

ð  Meine Tochter tut sich öfter mal schwer, einzuschlafen. Dann kommt sie noch ungefähr 2399 Mal aus dem Bett geklettert, um noch ein Wasser zu bekommen, noch eine Frage zu stellen, eine Audienz beim Papst zu beantragen, über die Führerscheinprüfung zu sprechen, die schon in 12 Jahren anliegt! „Aber Mama!“ Damit ich nicht genervt reagiere? Zapp! Pausentaste. Kind bleibt stehen und bekommt nichts mit, ich kann erstmal kurz Luft holen, bevor ich reagiere.

ð  1000 Mal habe ich gesagt, passt mit dem Glas auf, damit es nicht wieder umfällt…. Während ich aufstehe um zum Kühlschrank zu gehen, sehe ich im Augenwinkel das Glas kippen. Zapp! Das Glas friert in seiner Bewegung ein und ich werfe einen Lappen auf den Tisch, damit alles direkt aufgesaugt wird.

ð  Manchmal würde mir eine winzige Pause (3-240 Minuten 😊 ) völlig ausreichen, um Kraft zu tanken und dann weiter begeistert zu spielen. Zurzeit sind bei uns alle 340 Kuscheltiere abwechselnd krank und ich bin meistens als Ärztin, Babysitter, Vorleserin eingesetzt. Das macht Spaß, aber wenn man das 10 Lebensjahr hinter sich gelassen hat, geht einem manchmal die Energie aus, oder man muss mal irgendetwas anderes erledigen. Zapp! Pausentaste. Alles steht still, ich kann mal etwas anderes machen, danach geht es direkt weiter. Ich schwöre es Euch, mir würden ganz neue Diagnosen einfallen, weit jenseits der üblichen Rüsselverstopfung, die der arme Elefant ständig zu erleiden hat.

ð  Täglich 800 Fragen zum Thema Universum und Planeten beantworten? „Mama, wenn der Jupiter näher an der Erde wäre, würde dann der Mond auch Ebbe und Flut beeinflussen?“ Nichts mehr mit „äh ja, hm“ Zapp! Die Fernbedienung liefert die richtige Antwort. Kindgerecht aufbereitet und einfach so zum Vorlesen.

ð  Das Kind will nicht rausgehen, soll sich aber mehr bewegen? Zapp! Die Fernbedienung macht, dass der rüsselkranke Elefant plötzlich laufen kann, was denkt ihr wie schnell das Kind hinterher galoppieren würde?

Während ihr nachdenkt, was diese Fernbedienung für Euer Leben mit Kind für eine Bereicherung wäre, denke ich schon einmal darüber nach, wie das Nachfolgemodell aussehen könnte…

Langweilige Meetings vorspulen, die Küche räumt sich selbst auf, der schlecht gelaunte Ehemann wird fröhlich gemacht, der Frühsport erledigt sich von alleine…. Oh wäre das schön!


Montag, 2. Juli 2018

Herz- und Schmerz- Momente KW 26

Zeit für die aktuellen Herz- und Schmerz-Momente der Kalenderwoche 26. Was passiert ist? Das kannst du gerne hier nachlesen! Viel Spaß!




💓 Mein Herz-Moment #1:


Mein erster Herz-Moment ist klitzeklein, hat meinem Mann und mir aber ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert. Drum möchte ich ihn gerne mit euch teilen. Am Donnerstag Abend gingen mein Mann und ich ins Bett. Das Äffchen hat zu dem Zeitpunkt schon selig geschlummert und wir bemühten uns also, recht leise ins Schlafzimmer zu schleichen. Doch kaum lagen wir im Bett, überfiel ein heftiges Niesen meinen Mann, sodass er es nicht mehr unterdrücken oder möglichst leise schaffen konnte. Als wir beide noch in Schockstarre waren und uns nicht bewegten, in der Hoffnung, dass das Kind davon nicht aufgewacht ist, kam aus dem Off ein kleines, verschlafenes "Sundheit". Jetzt mussten wir aufpassen, dass wir nicht laut losprusten und das Kind nicht noch vollends aus dem Schlaf rissen. Doch nichts geschah... Danach schlief das Äffchen weiter, als wäre nie was gewesen. So süß und herzig, eindeutig ein Herz-Moment für uns!


💓 Mein Herz-Moment #2:

Immer, wenn das Äffchen sich weh tut und dies auch mit Weinen oder Jammern bekundet, versuche ich sie ernst zu nehmen (auch beim kleinsten Wehwehchen). Ich tröste sie dann und wenn sie sich beruhigt hat, dann frage ich sie, ob es jetzt besser ist. Am Dienstag war es so, dass ich mir beim Saubermachen selbst den Fuß angestoßen habe und laut "Aua" rief. Da kam mein Äffchen angelaufen, streichelte mich und fragte: "Mama, besser?" Ich hätte dahinschmelzen können. So lieb und hochinteressant, wie sie mein Verhalten übernimmt und es mir somit spiegelt. Da sieht man mal wieder, dass die Vorbildfunktion keinesfalls zu unterschätzen ist. Ein super Herz-Moment für mich!


😩 Mein Schmerz-Moment

Tja, was soll ich sagen, es hat uns mal wieder erwischt. Nach einer längeren Gesundheitsphase hat das Äffchen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Magen-Darm bekommen. Und zwar mit allem drum und dran (weitere Einzelheiten erspare ich euch). Es ging ihr wirklich nicht gut und als Mama und Papa leidet man natürlich auch so mit. Abgesehen davon, ist das Betten-frisch-beziehen, Kind duschen etc. mitten in der Nacht auch so kein Zuckerschlecken. Zum Glück war der Spuk fast so schnell vorbei, wie er kam, nur am Donnerstag noch etwas Fieber und freitags noch etwas schlapper als sonst. Doch kaum ging es dem Kind besser, hat es nun doch auch mich noch erwischt... Die beste Krankheit taugt nix! Ich hoffe, ich bin bis Dienstag wieder fit, da wollte ich nämlich eigentlich mit dem Äffchen die Großeltern in Süddeutschland besuchen, ICE-Fahren etc. Also drückt uns die Daumen, dass ich den Trip nicht canceln muss!


Und was hat eure Woche euch so geboten? Ich hoffe viele Herz-Momente? Lasst uns gerne dran teilhaben!