Donnerstag, 19. Oktober 2017

Vom ganz großen kleinen Glück

Julie-en-voyage hat zu einer Blogparade aufgerufen, an der ich gerne teilnehmen möchte, weil es sich um ein schönes aber auch interessantes Thema handelt. Nämlich das „Glück“. Außerdem mache ich mit beim #sonntagsglück von soulsistermeetsfriends


Was ist eigentlich Glück? Laut dem Wörterbuch ist Glück ein besonders günstiger Zufall, eine erfreuliche Fügung des Schicksals. Stimmt diese Definition mit meiner eigenen Auffassung von Glück überein? Jein...

Da ich nicht an Zufälle glaube, passt für mich eher die erfreuliche Fügung des Schicksals. Aber das reicht mir auch noch nicht ganz. Meiner Meinung nach ist Glück nichts, was uns einfach so zu fliegt, sondern immer auch an eigenes Zutun gekoppelt. Ein Beispiel: Wenn ich im Lotto gewinne ist das Glück. Hätte ich aber vorher keinen Lottoschein ausgefüllt und abgegeben, hätte ich auch nicht gewinnen können… Ich muss für mein Glück also auch selbst aktiv werden. 

Da kommt mir der hier treffende Satz in den Sinn „Jeder ist seines Glückes Schmied“

Ich denke schon, dass jeder selbst in der Hand hat, ob er Glück hat beziehungsweise ob er ein glückliches Leben führt oder nicht. Glück ist schließlich auch Einstellungssache und man muss es auch als solches erkennen, wenn man ihm begegnet. Das ist gar nicht immer so einfach, weil es sich manchmal erst als vermeintliches Pech tarnt und erst später zeigt sich, dass es doch Glück war. 

Hier passt die chinesische Geschichte „Der Bauer und das Pferd“ sehr gut:

In einem kleinen Dorf in China lebte ein relativ reicher Bauer - der hatte ein Pferd. Und weil er der einzige Bauer im Dorf war, der ein Pferd hatte, sagten die Leute im Dorf: "Oh, so ein schönes Pferd, hat der ein Glück!"
Und der Bauer antwortete: "Ob Glück oder Pech, wir werden sehen..."

Eines Tages brach das Pferd des Bauern aus seiner Koppel aus und lief weg. Der Bauer sah es noch davongaloppieren, aber er konnte es nicht mehr einfangen. Am Abend standen die Leute des Dorfes am Zaun der leeren Koppel, manche grinsten ein bißchen schadenfroh, und sagten: "Oh der arme Bauer, jetzt ist sein einziges Pferd weggelaufen. Jetzt hat er kein Pferd mehr, so ein Pech!"
Der Bauer hörte das wohl und murmelte nur: "Ob Glück oder Pech, wir werden sehen...
"
Ein paar Tage später, sah man morgens auf der Koppel des Bauern das schöne Pferd, wie es mit einer wilden Stute zurückkam. Sie war ihm aus den Bergen gefolgt. Groß war der Neid der Nachbarn, die sagten: "Oh, was hat der doch für ein Glück, der Bauer!" Aber der Bauer sagte nur: "Ob Glück oder Pech, wir werden sehen..."

Eines Tages im Sommer dann stieg der einzige Sohn des Bauer auf das Pferd, um es zu reiten. Schnell war er nicht mehr alleine, das halbe Dorf schaute zu, wie er stolz auf dem schönen Pferd ritt. "Aah, wie hat der es gut!"
Aber plötzlich erschrak das Pferd, bäumte sich auf und der Sohn des Bauern fiel hinunter und brach sich das Bein. Und die Nachbarn schrien auf und sagten: "Oh, der arme Bauer: Sein einziger Sohn! Ob er jemals wieder wird richtig gehen können? So ein Pech!" Aber der Bauer sagte nur: "Ob Glück oder Pech, wir werden sehen..."

Einige Zeit später schreckte das ganze Dorf aus dem Schlaf, als gegen Morgen ein wildes Getrappel durch die Straßen lief. Die Soldaten des Herrschers kamen in das Dorf geritten und holten alle Jungen und Männer aus dem Bett, um sie mitzunehmen in den Krieg. Der Sohn des Bauern konnte wegen seines gebrochenen Beines nicht mitgehen. Und so mancher saß daheim und sagte: "Was hat der für ein Glück!" Aber der Bauer murmelte wieder nur: "Ob Glück oder Pech, wir werden sehen..."! (Quelle unbekannt)

Fazit: Manches, dass uns erst mal Sorgen bereitet, kann sich später als glückliche Fügung entpuppen oder umgekehrt. Es lohnt sich daher oft, erst mal abzuwarten, was noch kommt. 

Eben schrieb ich ja davon, dass Glück auch von meinem Handeln abhängig ist. Anders verhält es sich da mit dem „glücklich sein“. Das ist nicht immer von meinem zu tun abhängig, denn "glücklich machen" kann mich auch jemand anderes – mein Äffchen, wenn es mich umarmt und küsst; mein Mann, indem er mir ein wunderschönes Kompliment macht; mein Chef, wenn er mir für meine Arbeit Wertschätzung entgegen bringt. Obwohl auch hier gilt: Wenn ich als Vorbild voran gehen, z.B. in der Familie, Und meine höchste Priorität ist, diese glücklich zu machen, werde ich das auch so zurückbekommen.

Ich brauche zum glücklich sein 3 Zutaten
- Meine Tochter
- Meinen Mann
- Gesundheit

Warum? Weil meine Familie das Beste ist, was mir passieren konnte. Meine Tochter erwärmt täglich hundertfach mein Herz und es ist pures Glück, sie zu haben, sie im Leben zu begleiten, mit ihr zu staunen, zu lachen und zu weinen. So sieht für mich Erfüllung aus! Und mein Mann? Ist stets an meiner Seite, meine Stütze, mein Halt, mein bester Freund, harter Diskussionspartner, mein Alles-was-ich-brauche! Wir wollen in 100 Jahren noch gemeinsam im Altersheim ein Zimmer teilen und händchenhaltend spazieren gehen. Denn das ist für uns Glück. Und ohne Gesundheit ist es schwer glücklich zu sein (wenn auch nicht unmöglich), denn die Unbeschwertheit wird von der Krankheit aufgefressen und es dauert lange, bis sie wieder einkehrt.

Wann ich das letzte Mal glücklich war? Gerade eben, als das Äffchen mich anstrahlte! Denn eins habe ich gelernt: Das Glück liegt in den kleinen Dingen. Manche warten ein Leben lang auf das große Glück, dabei müssten sie nur die Augen aufmachen und die kleinen Glücksmomente sammeln, welche addiert dann das ganz große Glück ergeben würden! Hier und hier könnt ihr ein paar meiner Glücksmomente nachlesen.

Ich habe mich entschieden glücklich zu sein! Und du?




Kommentare:

  1. Wow, ein toller Beitrag zum Thema Glück und die chinesische Geschichte kannte ich noch nicht, da steckt viel Wahrheit drin! Ich hatte 2017 eine mich ziemlich belastende Zeit, weil ich nicht wusste, was nach einer OP noch auf mich zukommt. Es ging gut aus und ich bin wirklich täglich dankbar, auch wenn noch nicht alles wieder gut ist. Aber wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, sag ich immer, he es war gutartig, alles andere wird die Zeit bringen.... Nur nicht jammern, einfach dankbar sein! Also ich gebe Dir Recht, ohne Gesundheit ist es schwer glücklich zu sein!

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    1. Dann möchte ich dir für deine weitere Genesung viel Glück wünschen und viele weitere Momente, für die du dankbar sein kannst!

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  2. Für mich kommt Glück immer aus einem selbst und aus dem Inneren heraus. Sobald ich mein Glück von anderen abhängig mache, ist es fragil und kann durch einen einzigen misslichen Moment zerstört werden.

    Liebe Grüße
    Salvia von Liebstöckelschuh

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  3. Man ist selbst seines Glückes Schmied ... ein guter Spruch, finde ich! Das Glück muss man in sich selbst finden. Niemand anderer ist dafür verantwortlich oder zuständig. Ich brauche zum Glücklichsein auch nur meine Lieben, Gesundheit und Zeit.

    Schöner Beitrag!
    Liebe Grüße
    Verena von www.avaganza.com

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    1. Ja, du hast Recht! Doch viele machen ihr Glück von allem möglichen abhängig und wundern sich dann, es nie zu finden!

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  4. wie treffend: für dein eigenes Glück ist man eben immer slebst verantwortlich :)
    und da reichen auch schon die simpelsten Dinge!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von www.liebewasist.com

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    1. So ist es! Das Glück liegt im eigentlich in jedem Moment!

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  5. Du hast definitiv Recht, das jeder seines Glückes Schmied ist. Ich kenne aber auch Situationen, wo jemandem das Glück buchstäblich zugeflogen ist. Wie auch immer es geschieht, ich freue mich über jeden glücklichen Tag.
    Viele Grüße
    Kathrin

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  6. Ein wunderschöner Beitrag, der dir aus dem Herzen spricht. Finde ich schön, wenn jemand so in sich geht und einfach mal aus der Seele spricht. Hat man ja doch immer seltener.

    Alles liebe

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    1. Schön, dass dir der Beitrag gefällt und dich berührt hat, das freut mich!

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