Sonntag, 10. September 2017

Alles zu seiner Zeit

Heutzutage geht es nur um Zahlen, alles wird in irgendwelche Statistiken gepackt, für alles gibt es Tabellen, Rechner etc. Jetzt als Mama fällt mir das in der Entwicklung und Erziehung besonders auf. Es ging doch in der Schwangerschaft schon los. Ständig könnte man sich Sorgen machen, weil das Baby in Schwangerschaftswoche 15 nicht so groß ist wie der Durchschnitt, weil es sich in Schwangerschaftswoche 30 nicht genug bewegt beim Ultraschall oder oder oder...

Kaum ist das Kind auf der Welt, geht es weiter. In den U-Untersuchungen wird geschaut, ob das Kind schon kann, was "alle" Kinder mit einem Jahr können sollten. Unter Müttern in Krabbelgruppen wird eifrig verglichen und bewertet: "Was? dein Kind krabbelt immer noch nicht? Wird es nicht langsam mal Zeit? Mein Kind krabbelt schon seit 5 Wochen!" 

Die Entwicklung muss in ein Schema passen. Fällt das Kind aus der Norm schaut der Kinderarzt besorgt drein. Etwas stimmt nicht. Denn es ist nicht "normal", wenn ein Kind z.B. mit 16 Monaten noch nicht läuft.

Meine Erfahrung zeigt: Alles kommt zu seiner Zeit! Und das Tollste ist: Wenn man den Kindern erlaubt, das Tempo vorzugeben, dann tun sie es auch. Sie zeigen uns schon, wenn sie bereit für etwas sind. Und damit meine ich nicht nur solche motorischen Entwicklungsschritte wie Drehen, Krabbeln, Laufen. Sondern auch, wann es Zeit ist abzustillen oder im eigenen Bettchen einzuschlafen oder ähnliches. 

Ich schreibe genau jetzt über das Thema, weil eben genau dieses "Im eigenen Bettchen einschlafen" bei uns seit einigen Tagen aktuell ist. Das Äffchen schlief seit kurz nach der Geburt bei uns im Familienbett und hat immer unheimlich viel Nähe gebraucht und eingefordert. Auch eingeschlafen ist sie nur auf Mamas oder Papas Arm. Als sie schlief legten wir sie weg. Vor gut einer Woche ist sie plötzlich abends nach dem Abendritual in ihr eigenes Bettchen geschlüpft und schläft dort seither mit Begleitung (fast) immer ein. Noch vor wenigen Wochen wäre daran nicht zu denken gewesen. Sie hat selbst den Impuls gegeben! Genau so war es auch beim Abstillen. Mit 13 Monaten war das Thema für sie erledigt, woran ich noch um ihren ersten Geburtstag kaum zu denken wagte. 

Ich habe durch diese Impulse gelernt, dem Äffchen zu vertrauen, dass alles zu seiner Zeit kommt. Wenn SIE bereit dazu ist und nicht wenn es statistisch so weit sein sollte!

Und mal ehrlich: In 18 Jahren fragt keiner mehr danach, ob euer Kind einen Monat früher oder später laufen konnte oder wieviele Wörter es bei der U 7 schon sagen konnte, oder?

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