Samstag, 30. September 2017

KiTa-Eingewöhnung - Sachliches Erzieher-Ich vs. Sentimentales Mutterherz - Teil 2

 Fortsetzung...
 

Mein sentimentales Mutterherz sieht das alles nicht so gelassen und entspannt. Es ist besorgt, wie das Mutterherzen eben so an sich haben.

Es denkt wehmütig an die letzten (knapp) zwei Jahre mit dem Äffchen. An die wunderschöne, aufregende, turbulente, bunte, liebe Zeit! Daran, wie es war, als das Äffchen gerade geboren war, wie klein und zart sie in meinen Armen lag - und ich mir schwor, sie nie mehr herzugeben (oder loszulassen?).

Es denkt daran, welch' ein starkes Team wir zu zweit und zu dritt geworden sind und wie gut ich inzwischen ihre Mimik und Gestik deuten und ihre Bedürfnisse erkennen kann. 


Wie schön es ist, einfach gemeinsam in den Tag hinein leben zu können. Aufstehen, wenn das Äffchen ausgeschlafen hat und dann sehen, was der Tag so bringt - ohne große Verpflichtungen.

Es denkt daran, wie es sein wird, vom Äffchen getrennt zu sein. Bisher war ich Bezugsperson Nr. 1. Wie es das Äffchen wohl aufnehmen wird, wenn ich gehe? Schaffe ich es, das durchzuziehen? Wer wird zuerst weinen? Sie oder ich?

Und es fragt sich auch, ob dies der richtige Zeitpunkt ist...

Und während mein Mutterherz so vor sich hinsinniert und seinen Gedanken nachhängt, spielt das Äffchen vergnügt in seinem Kinderzimmer mit den Bausteinen. Ganz vertieft im Hier und Jetzt. Hat alles um sich herum vergessen - wahrscheinlich auch mich.

Da schleichen sich heimlich, still und leise ein paar Gedanken in das Mutterherz:

Vielleicht wird es mir schwerer fallen, Abschied von der gemeinsamen Zeit und diesem Lebensabschnitt zu nehmen, als dem Äffchen... 

Vielleicht habe ICH ein mulmiges Gefühl, Angst, es könnte sich etwas an der engen Bindung ändern. Das Äffchen aber nicht...

 Vielleicht tut sich das Mutterherz mit dem Gedanken schwer, jeden Tag "Tschüss" zu sagen in der KiTa, das Äffchen aber nicht...

Und da flüstert das (nicht mehr ganz so sachliche) Erzieher-Ich: "Trau dir und deinem Kind zu, diesen neuen Abschnitt gemeinsam zu meistern! Deine Tochter weiß, dass du sie liebst und immer wieder kommst. Gönn' ihr den Spaß!"

Das Mutterherz seufzt leise. Vielleicht hat das Erzieher-Ich doch Recht...!?

Freitag, 29. September 2017

Nominierung für den Liebster Award

Heute gibt es mal keine Alltags-Geschichten vom Äffchen, keine Basteltipps und keine schnellen Rezepte, heute stehen mal mein Blog und ich im Mittelpunkt. Das hat auch einen ganz besonderen Grund. Ich wurde für den Liebster Award
nominiert und fühle mich sehr geehrt! Dieser Award, der 2011 gegründet wurde, ermöglicht kleinen noch relativ unbekannten Bloggern und Bloggerinnen, sich vorzustellen, ihre Reichweite zu verbessern und sich untereinander zu vernetzen.




Die Chance, hier dabei zu sein verdanke ich Anna von annisieht.com. Ihr Foodblog befasst sich (wie der Name schon sagt) mit leckeren Speisen und Rezepten, hauptsächlich aus ihrer Kindheit. Sie möchte die Rezepte ihrer Mutter in Ehren halten und an ihre Leser weitergeben. Schaut gerne mal bei ihr vorbei, ihr werdet es nicht bereuen!

Zu den Spielregeln gehört, Annas Fragen über mich und meinen Blog zu beantworten. Somit könnt ihr auch ein paar neue Details erfahren. 

Los geht's:

1. Mit welchen 3 Worten würdest du dich beschreiben? 
Als erstes Wort fällt mir direkt "kreativ" ein. Ich schaffe gern Neues. Ob Kunstwerke, Texte, Speisen, Problemlösungen - ich lasse mir gerne etwas einfallen, bin in dieser Hinsicht experimentierfreudig und risikobereit.

Das zweite Wort lautet "lösungsorientiert". Meine Devise ist: "Wenn man etwas möchte, findet man Wege. Wenn man etwas nicht möchte, findet man Ausreden." (Zitat von Willy Meurer). Ich suche solange nach Wegen und Möglichkeiten für Dinge, die ich oder meine Familie möchte oder die eben einfach notwendig sind, bis ich sie gefunden habe. Meiner Meinung nach ist nichts Unmöglich.

Und zum Schluss bin ich mit ganzem Herzen "Mutter". Ja, das ist zwar an sich kein Adjektiv. Aber das Wort allein suggeriert so vieles: bedingungslos liebend, fürsorglich, nachsichtig, selbstlos uvm. Meiner Tochter gegenüber versuche ich all das zu sein. Den Spruch "Solange ich stehen kann, kämpfe ich für dich! Solange ich atme, verteidige ich dich! Solange ich lebe, werde ich dich lieben und darüber hinaus!" kann ich als Mama einfach und kommentarlos unterschreiben.

2. Welches ist dein Lieblingsgericht?
Oha, es ist wirklich schwer, sich auf ein Gericht festzulegen. Ich esse grundsätzlich gerne und könnte jetzt auf die Schnelle mindestens 10 Leibspeisen aufzählen. Ich probiere auch hier gerne alles Mögliche aus und habe keine Angst vor exotischen Dingen (also nicht beim Kochen, nur beim Essen). Aber zu meinen Leibspeisen gehört auf jeden Fall das "Appetitbrot". Es ist eine Erfindung meines Opas. Er hat das Appetitbrot immer zum Abendessen für mich und meine Familie zubereitet, wenn wir in meiner Kindheit zu Besuch waren. Es ist nicht schwer zu erklären. Er hat einfach für jeden 2 große Scheiben Brot mit all dem belegt, was derjenige gerne aß: Salami, Schinken, Käse, Fleischsalat, Sardinen, Paprika, Gewürzgurke usw. Das mag jetzt für Außenstehende etwas komisch klingen und evtl. fragt Ihr euch, ob das alles zusammen wirklich schmeckt. In meiner Erinnerung war es immer super lecker und vielleicht hat mir auch einfach das Gefühl von Heimat, Familie und Geborgenheit daran am Besten geschmeckt.

3. Tee oder Kaffee, welcher Typ bist du?
Das kann ich ganz klar und einfach beantworten. Eindeutig bin ich der Tee-Typ! Kaffee ist deshalb schwierig, weil ich mit Koffein komplett auf Kriegsfuss stehe. Egal zu welcher Tageszeit ich Kaffee trinke, ich kann mir sicher sein, dass ich abends immer noch Bäume ausreißen kann und an Schlaf nicht zu denken ist. Spätestens in der Stillzeit meiner Tochter habe ich mir Kaffee komplett abgewöhnt, aus Angst, dass auch mein Kind so darauf reagieren könnte. Da sie sowieso eher wenig schlief, wollte ich das nicht ausreizen.

4. Was sind deine drei liebsten Orte auf der Welt? 
Eine meiner liebsten Städte der Welt, die ich bisher besucht habe ist Hongkong. Sie war die Endstation einer unserer Südostasienreisen und hat mich total umgehauen. Mich hat die Atmosphäre dort begeistert und die Vielseitigkeit. Einerseits kann man dort neue, hochmoderne, beeindruckende, hohe und architektonisch sehr besondere Hochhäuser bestaunen. Andererseits gibt es weniger glanzvolle Viertel, die zeigen, dass es auch ein Hongkong hinter der glänzenden Fassade gibt. Der Peak, der Hausberg Hongkongs mit seiner atemberaubenden Aussicht über die Stadt ist auf jeden Fall schon eine Reise wert!

Ebenfalls in Asien, diesmal in China gibt es ein wunderschönes, idyllisches Dörfchen namens Dazhai. Von dort aus hat mein einen wunderbaren Blick auf die Reisterrassen, von denen die Bewohner der Dörfer dort leben. Man kann Wanderungen zu den höchsten Terrassen machen. Von oben ist der Blick atemberaubend und ein großer Friede überkommt einen. Fernab von den großen Städten Chinas konnten wir hier Natur pur genießen. Ich würde sofort wieder hinreisen.

Und zum Schluss möchte ich noch einen besonderen Ort erwähnen. Das ist da, wo meine Familie ist. Denn dort bin ich am Liebsten. Es bringt für mich nichts, die tollsten Orte und Städte der Welt zu bereisen, wenn mein Mann und mein Kind nicht dabei sind. Sie sind mein zu Hause und mein Hafen! (Ok, vielleicht ein bisschen kitschig, aber so ist es nunmal)

5. Welches ist dein Lieblingsbuch?
Das ist einfach: Es heißt "Zusammen ist man weniger allein" von Anna Gavalda. Hier geht es um das Leben von vier grundverschiedenen Menschen, einer jungen Frau, die zwar magersüchtig, aber dafür künstlerisch sehr begabt ist. Ein junger hochbegabter, introvertierter Mann mit leichtem Sprachfehler. Ein Lebemann mit Hang zu schönen Frauen und Autos. Und dessen Großmutter, die eine Abneigung gegen Altersheime hat. Alle vier leben als WG in Paris. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und doch geben sie sich gegenseitig Halt, unterstützen sich und werden zu einer kleinen Familie. Mit Liebe, Streit und Versöhnung. Ich mag das Buch, weil es das wahre Leben beschreibt, nichts beschönigt, aber trotzdem Mut macht, und spritzig, charmant und liebevoll geschrieben ist.

6. Wie bist du zum Bloggen gekommen?
Eigentlich einen kleinen Umweg. Im Juli habe ich einen VHS-Wochenend-Workshop zum Thema "Wie schreibe ich ein Kinderbuch" besucht und war begeistert. Am zweiten Tag sollten wir in der ersten Übung 10 Minuten lang über etwas schreiben, das uns just in diesem Moment in den Sinn kam. Und es floss nur so aus mir heraus, ein Text zum Thema Mamasein.
Denn was schießt einer Mama nunmal zuerst durch den Kopf? Natürlich das eigene Kind. Das war der Moment, wo die Idee für einen eigenen Mamiblog geboren war. Es dauerte dann noch ein paar Wochen, bis ich mich ein wenig in das Thema eingearbeitet habe, aber am 10.08. ging ich dann mit fulltime-mami online. Für mich ist es ein wunderbarer Ausgleich zum Mamijob und auch ein bisschen Therapie gegen Trotzanfälle, schlaflose Nächte, Krümelorgien etc.

7. Welchen Post magst du am Liebsten auf deinem Blog? 
Am liebsten mag ich den zweiteiligen Post KiTa-Eingewöhnung - Sachliches Erzieher-Ich vs. Sentimentales Mutterherz - Teil 1 und Teil 2, der in den nächsten Tagen online gehen wird. Die beiden Post sprechen mir wirklich aus der Seele und zeigen am deutlichsten mein zeitweises Dilemma. Durch meinen Beruf und mein Dasein als Mutter prallen manchmal zwei Welten aufeinander: Theorie und Praxis. 

8. Welche sind deine 3 liebsten Blogs?
1. shrimpskrams
Ein Eltern- und Familienblog einer Psychologin in Elternzeit. Hier kann man Rezepte, Genähtes, aber auch viele Erziehungs- und Familienalltagsgeschichten mit viel Herz und Humor lesen. Ihr Mann schreibt immer Samstags in "Papa am Samstag" und ich muss immer sehr darüber schmunzeln. Es lohnt sich sehr, mal reinzuschauen!
2. whoismocca 
Dies ist ein Fashionblog bzw. inzwischen ein Blogazine, das täglich alle Neuheiten im Bereich Mode, Beauty und Lifestyle bereit hält. 
3. mamanislarockt 
Auch ein Familienblog einer äußerst sympathischen Mama, die tolle, tiefgreifende, aber auch lustige Texte verfasst und mich damit immer wieder berührt. Aber auch Bastler kommen auf ihre Kosten


Jetzt kommen wir zu meinen 5 Nominierungen für den Liebster Award: 

Susann von kleinermilchbart 
Kirsten von einfachfamilie 
Lydia von lydiaswelt
Lila von erdbeerpause 
Dirk von hierkommtpapa 
Janina von filea 
Lisa von hierkommtmama 
Daniela von mamaundmehrderblog


Liebe nominierte BloggerInnen, hier findet Ihr die Teilnahmebedingungen für den Liebster Award und alles was Ihr sonst noch wissen müsst.

Ich bin gespannt auf Eure Antworten zu meinen folgenden Fragen:

1. Woher nimmst du deine Inspiration für deine Texte?
2. Wofür bist du in deinem Leben dankbar?
3. Wenn du ein Roman- oder Filmheld sein könntest, welcher wärst du und 
    warum?
4. Warum bloggst du?
5. Welche Ziele hast du mit deinem Blog in den nächsten 2 Jahren?
6. Wenn du richtig gestresst bist und deine Ruhe haben willst, wo und womit 
    entspannst du dich?
7. Süß oder salzig - Welcher Typ bist du?
8. Was ist deine schönste Kindheitserinnerung?

 

Donnerstag, 28. September 2017

After Baby Body – Was motiviert mich, Sport zu treiben? - Gastbeitrag



Nein, ich bin für dieses Thema nicht gerade prädestiniert. Ich habe weder vor, noch nach der Schwangerschaft übermäßig viel Sport getrieben. Und meinen After-Baby-Body habe ich mir nicht durch Sport, sondern immerhin durch eine strenge Low-Carb-Diät wieder erkämpft. Trotzdem finde ich das Thema Motivation und Sport nach der Schwangerschaft wichtig und interessant. Deshalb habe ich die liebe Kirsten von einfachfamilie gebeten, einen Gastbeitrag zu diesem Thema zu schreiben und Voilà: Hier ist er! Viel Spaß beim Lesen!

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Hallo, ich heiße Kirsten und Britta hat mich gefragt, ob ich gerne mal einen Gastbeitrag bei ihr schreiben möchte. Lust hatte ich sofort, nur ein Thema musste erstmal gefunden werden, immerhin soll es euch auch interessieren. 


Meine Tochter ist erst knapp vier Monate alt. Viel zum Mamasein kann ich daher noch nicht beitragen. Zwar bin ich mittendrin im Mamaalltag, doch ist laut Bekannten von uns „alles vorm Krabbelalter Kindergarten“ – finde ich nicht, aber gut. 

Daher habe ich mich entschieden mal etwas zum Thema Mamafitness und Motivation zum Sport nach der Schwangerschaft zu schreiben. Ich habe vor meiner Schwangerschaft recht viel Sport getrieben, war gerne laufen und habe Krafttraining geliebt. In der Schwangerschaft habe ich das Laufen komplett gestrichen,  viel Yoga gemacht  und Kraftsport nur noch zum Wohlfühlen, nicht mehr mit schwerem Gewicht betrieben. Jetzt, mit Baby auf dem Arm stellt sich mir natürlich die Frage: Wie geht es sportlich weiter? 

Vorweg: Ich bin keine ausgebildete Fitnesstrainerin oder ähnliches. Ich schreibe hier nur über meine Gedanken und das was ich gelesen habe. Bevor ihr nach der Geburt irgendetwas macht, solltet ihr IMMER die Hebamme und/oder den Arzt fragen. Man kann hier viel falsch machen,  übertreiben und sich (oder dem Kind schaden). So kann sich eine zu große Gewichtsreduktion in der Stillzeit zum Beispiel negativ auf die Muttermilch auswirken! 


Aber es soll ja um Motivation gehen. Ich habe mir jetzt länger den Kopf zerbrochen, welchen bahnbrechenden Tipp ich euch geben kann, damit ihr nach dem Lesen hochmotiviert ins Training startet und ganz ehrlich - das kann ich nicht. Motivation muss jeder für sich selber finden, das ist ja das Komplizierte. Daher dachte ich, ich schreibe mal darüber was MICH motiviert. 


Das Egoistischste vorweg: Ich finde es gut, am Tag mal eine Stunde allein für mich zu haben. Zuerst war das im Rückbildungskurs, den ich bewusst abends (ohne Baby) gemacht habe. Später ist Krafttraining da super. Laufen auch, aber das ist zu zeitnah nach einer Geburt eher nicht so sinnvoll. Andere fühlen sich sicher im Verein wohler. Da muss jeder für sich schauen. Dennoch die Grundaussage bleibt, nur weil ich jetzt Mutter bin, denke ich nicht, dass ich 24/7 nur mit Baby auf dem Arm unterwegs sein muss. Keine Frage, mein Würmchen fehlt mir, wenn ich nicht bei ihr bin, doch ich weiß, dass der Papa sich freut, wenn er auch mal ein wenig Zeit allein mit ihr hat. 


Meine Motivation ist zudem auch, dass ich gerne ein gutes Vorbild für mein Kind sein möchte. Sie soll sich später auch gern bewegen und nicht nur auf der Couch verharren. Ich denke, vorleben ist da die beste Möglichkeit, eine aktive Kindheit zwanglos zu fördern. Eine weitere Motivation ist ganz klar der Blick in den Spiegel. Ich würde lügen, wenn ich sage, es geht mir nur um Gesundheit und das Gefühl fit zu sein. Natürlich freut es mich, einen flachen Bauch oder definierte Arme und „Winkespeck“ zu haben. ;)


Ich besitze zudem ein Fitnessarmband. Mich motiviert es, mein Schrittziel zu erreichen oder sogar zu übertreffen, zu sehen, dass ich im Durchschnitt 30 Stockwerke am Tag gehe (wir wohnen in einem Haus mit Treppen und der Wickeltisch steht oben), oder mein wöchentliches Trainingsziel von X Einheiten erreiche (in das Dankenswerterweise, jeder Spaziergang ab 15 Minuten hineinzählt ;) ).



Last but not least sind es Ergebnisse, die mich motivieren. Kaum etwas spornt so sehr an, wie ein Ziel zu erreichen, das man sich gesteckt hat. Das kann sein, das erste Mal 10 km am Stück zu laufen oder den Halbmarathon in unter zwei Stunden zu finishen. Es kann sein, sich in einem bestimmten Bikini wohl zu fühlen oder einen Klimmzug zu schaffen. Momentan motiviert mich zum Beispiel die Tatsache, dass ich trotz nahezu täglichen mehrstündigen Tragens meines mittlerweile fast sechs Kilo schwerem Babys weder Schulter- noch Rückenschmerzen habe. Ich schreibe das einfach dem regelmäßigen Krafttraining zu und es motiviert mich dran zu bleiben, weil ich das Gefühl habe, dass es mir wirklich hilft, im Alltag und für mein Kind fit zu sein. 


Was kann man also als Fazit ziehen? 

Ich finde, es ist wichtig, sich 

1. zu überlegen, was man erreichen will, 

2. festzulegen, wie man dieses Ziel erreichen will. Dazu gehört sich zu fragen, was Spaß macht, ob man mit jemanden zusammen sporteln kann und will und was sich auch mit dem eigenen Alltag vereinbaren lässt und 

3. Sport nicht mehr als "Muss" zu sehen, sondern ihn eher als positiven Aspekt des Alltags zu betrachten, schließlich motiviert man sich eher zu etwas, das Spaß macht, als zu einem notwendigen Übel. 


Ich hoffe, der ein oder andere Aspekt konnte euch etwas helfen, Lust zu bekommen den Sportschuh zu schnüren. Habt ihr noch weitere Motivationstipps?

Dienstag, 26. September 2017

50 Stunden – ein Geburtsbericht



Wie versprochen bekommt ihr heute den Geburtsbericht von der lieben Susann vom Blog kleinermilchbart

Die Geburten unserer Kinder hätten unterschiedlicher nicht sein können, aber lest selbst:
 

50 Stunden – ein Geburtsbericht



Montag. Ein sonniger Tag im März- 4 Tag vor dem errechneten Geburtstermin- ich saß im Wartezimmer meiner Frauenärztin. Das CTG ist schon geschrieben. Unauffällig ruhig. Dabei hatte ich seit der 28. Woche immer wieder Wehen- musste mich schonen - doch auf einmal: Ruhe. Meine Hebamme tastet den Muttermund- Fazit: Geburtsunreif. Keine Geburt in Sicht. Meine Frauenärztin konnte das nur bestätigen. Sie sagte, "Wir sehen uns am Freitag, da ist der errechnete Geburtstermin. Es ist das erste Kind, Sie gehen bestimmt über den Termin." Ich nehme den Termin, doch meine innere Stimme sagt mir, du wirst ihn nicht brauchen. 


Was mir allerdings blühte, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.



Am Abend zuvor hatten wir die letzten Handgriffe im künftigen Babyzimmer gemacht- alles war fertig. Alles war bereit. Mein Pünktchen konnte kommen. Naja nun sah es nicht nach einer Geburt aus. Mein Herzensmann nahm es gelassen. Wir haben den Tag gemütlich gemeinsam verbracht, waren einkaufen und spazieren. Wie sooft in den letzten Tagen war ich schon früh am Abend müde und wir kuschelten uns ins Bett. Schnell schlief ich ein, nachdem mein Pünktchen nochmal kräftig getreten hatte. 


Dienstag. 0:30. Ich wachte auf. Es war alles nass zwischen meinen Beinen. Das halbe Bett dazu. Ich überlegte noch- ist das Fruchtwasser? Oder hab ich eingepinkelt? Letzteres war übrigens während der gesamten Schwangerschaft mein Horror-Szenario. Ich weckte meinen Herzensmann. Leichtes Ziehen begleitete mich auf den Weg ins Bad. Laut einer Statistik starten nur 10 Prozent der Geburten mit einem Blasensprung, alle anderen hatten einfach einen Wehenbeginn. Nach meinem Faible für Zahlen und Statistiken hatten wir die Tage zuvor noch gewitzelt. "Hallo, Mrs. 10 Prozent", begrüsste mich mein Herzensmann. Nach einer Dusche und einem Anruf in der Klink haben wir uns auf den Weg gemacht. Ich hatte leichte Wehen alle 10 Minuten. Alles gut auszuhalten, aber mein Herz klopfte bis zum Hals. Es geht los. Mein Pünktchen will ein Milchbart werden. Mir war schlecht. Schlecht vor Aufregung. In der Klinik wurde erstmal ein CTG geschrieben. Keine wirklich kräftigen Wehen. Der Blasensprung wurde allerdings bestätigt und deshalb musste ich in der Klinik bleiben. Der Herzensmann wurde heim geschickt - und ich ins Bett.


"Sie werden die Kraft noch brauchen."


Wie recht die Hebamme haben würde, war ihr wahrscheinlich selbst nicht bewusst. Mir übrigens ebenso. Das erste Kind. Völlig ahnungslos. Aber voller Vorfreude.

8:00 Mein Herzensmann war zurück in der Klinik und wir wurden zum Spazieren geschickt. Durch das ganze Klinikum- hin und her, hoch und runter, durch den Park. Alle zwei Stunden CTG. Keine Geburtswehen, obwohl die Abstände schon kürzer wurden- etwa alle 5 Minuten hatte ich Wehen, die langsam stärker wurden, aber gut zu ertragen. Eine Hebamme gab meinem Mann den ultimativen Tipp um die Wehen für mich erträglich zu machen.


"Massieren Sie Ihrer Frau das Kreuzbein bei jeder Wehe, das macht es erträglich"


Ob Sie den Tipp gegeben hätte, wenn sie gewusst hätte, wie lang er das machen muss. Man kann es nur erahnen. Mir tat es gut und fortan forderte ich bei jeder Wehe diese wohltuende Massage ein. Ohje. Wir liefen und liefen. Eigentlich Schade, das ich kein Fitnessarmband anhatte, es wäre bestimmt einiges an Kilometern zusammengekommen.


18:00 Das letzte CTG, die letzte Untersuchung. Es sind weiterhin 5 Minuten. Der Muttermund ist unreif für eine Geburt. Aber die Schmerzen kommen langsam, weil die Kräfte langsam schwinden. Keine Geburt in Sicht. Bei einem Blasensprung in der 39. SSW, werden normalerweise 24 Stunden abgewartet, ob der Körper selbst die Geburt einleitet. Voraussetzung alle Blutwerte und das CTG sind ohne Befund. Passiert in diesem Zeitraum nichts, dann wird mit Wehenmitteln nachgeholfen. Nach 24 Stunden steigt das Risiko von aufsteigenden Bakterien. 


"Morgen früh leiten wir ein, wenn bis dahin nichts passiert. Schlafen Sie nochmal und tanken Sie Kraft"


Schlafen? Daran war nicht zu denken! Der Herzensmann machte sich erneut auf den Heimweg.  Wir versprachen uns, er würde kommen, sobald sich etwas ändert. Weit gefehlt. Mein Pünktchen war aktiv wie nie. Aber es passierte nichts. In meinem Zimmer litt bereits eine andere werdende Mama unter der Einleitung. Sie hatte schon heftige Wehen- die zwar Schmerzen brachten, aber die Geburt nicht einen Millimeter voran. Sie quälte sich. Ohje und das sollte mir morgen blühen. Irgendwann dämmerte ich weg um alle 5 Minuten mit meinen Wehen zu erwachen.


Mittwoch 8:00 Kaum geschlafen. Langsam erschöpft, ging es los mit der Einleitung. Es gab Tabletten. Zwei kleine weiße Tabletten sollten jetzt also helfen. Naja, mir war es recht. Weil es gestern so schön war, ging es wieder spazieren. Hin und her, hoch und runter und durch den Park. Die kleinen Wunderpillen wirkten langsam. Die Abstände verkürzten sich auf 3 Minuten. 


11:00 Juhu, der Muttermund öffnet sich langsam. Wenn auch nur 2 cm aber besser als nix. Das CTG war weiter unauffällig. Unser Pünktchen hatte keinerlei Stress. Was für eine entspannte Natur! Zur Sicherheit gab es nochmal zwei von den Wunderpillen. Die Schmerzen wurden langsam mehr. Ab jetzt gab es zudem alle 4 Stunden eine Tropf mit Antibiotika, wegen des Infektionsrisikos durch Bakterien. 


14:00 Meine Wanderschaft setze ich im Kreissaal fort. Hin und Her. Von der Tür zum Fenster, vom Fenster zur Tür. Schichtwechsel. Eine neue Hebamme kommt zur Tür herein und stellt sich vor.


"Mögen Sie ein Bad? Das wird sie entspannen"


Entspannen? Ich glaube, das ist das Letzte was ich gerade kann. Entspannen! Aber okay, ich mag baden. Warum also nicht? Also ab in die Wanne, auch hier forderte ich bei jeder Wehe meine Kreuzbeinmassage ein. Es war schön in der Wanne. Ich fühlte mich wohl. Doch irgendwann wollte ich raus.


17:00 Eine weitere Untersuchung. 7 cm. Es geht vorwärts. Leise kommt die Frage auf, werden wir heute unser Kind in den Armen halten? Die Hebamme lächelt nur milde. 


"Haben Sie Geduld, der größte Teil des Weges ist schon gegangen"


Geduld ist ja meine absolute Stärke... Nicht! Ich bin ungeduldig. Ich hab am liebsten alles nach Plan. Und so langsam soll es aufhören. Die Frage nach der PDA verneine ich, denn die Schmerzen sind wirklich noch okay. Aber die Kraft lässt nach. Tapfer veratme ich Wehe um Wehe. 


22:00 Los jetzt gebt mir eine PDA- jetzt tut es verdammt weh. Doch erstmal Schichtwechsel. Meine Hebamme, die ich in den letzten 8 Stunden wirklich liebgewonnen habe, verabschiedet sich. Oh man, gerade jetzt hätte ich sie brauchen können. Eine neue Hebamme schwebt leichtfüßig in den Raum. Sie ist frischgeduscht- die Nachtschicht. Sie untersucht. Ich hoffe auf eine PDA, auf etwas ohne Schmerzen.


"Es tut mir Leid für eine PDA ist es zu spät. Aber wir haben noch andere Mittelchen"


Zu Spät? Das ist doch nicht der Ernst? Es tut wirklich weh! Dann will mein Herzensmann tatsächlich auch noch auf Toilette. "Nichts da, du bleibst hier! Immerhin hast du uns die Sch*** eingebrockt", höre ich mich sagen. Es sind minütliche Schmerzen. Der Muttermund ist komplett geöffnet. Wow... als einem jemand Nadeln in den Rücken rammt. Dazu habe ich das Gefühl von Verstopfung- der schlimmsten, die ich jemals hatte. Die Schwester bring mir Lachgas! Im Nachhinein betrachtet ein wirklich tolles Zeug. Man zieht durch eine Maske, das Gas ein und dröhnt sich weg.  Man entspannt völlig. Dadurch lässt man die Maske los und atmet wieder normale Luft. Dabei wird man sofort wieder klar im Kopf. Dann setzt man die Maske wieder auf und atmet tief das Gas ein und es beginnt von vorn. Man kann Lachgas auf diese Weise nicht überdosieren und trotzdem nimmt es etwas den Schmerz


Donnerstag 1:00 So ich hab genug. Ich habe keine Lust mehr. Ich würde jetzt am liebsten gehen.  Die Wehen sind stark wie nie. Ich habe Angst, das mir der Popo platzt. Ich bin mitten in der Austreibungsphase. Die Presswehen zwingen mich zu drücken. Gefühlt Sekündlich... und plötzlich... 


"Da sind keine Wehen mehr"


Ohje... das klingt nicht gut. Ich bin am Ende, schweißgebadet und der Verzweiflung nah- nur mein Pünktchen ist unbeeindruckt. Das CTG ist trotz des Wahnsinns der letzten Stunden fantastisch. Die Ärztin wird geholt. Der Wehentropf wird gelegt und ich bekomme eine neuerliche Dosis Wehenmittel. Nichts tut sich. Langsam kommt es wieder in Fahrt. Auf jede Presswehe warten wir... gefühlt Stunden. In Wirklichkeit Minuten. Das raubt mir die letzte Kraft. Millimeter um Millimeter kämpft sich mein Pünktchen voran. Sie will ein kleiner Milchbart werden. Dann um 3:08 kommt dieser Wahnsinnsmoment. Es macht "Plopp" und mein Baby wird geboren. Ich bin geschafft, am Ende den Tränen nicht nur Nahe, ich liege mittendrin. Der Herzensmann nabelt unser Baby ab, dieses kleine Wesen. Ich bekomme unsere Tochter auf den Bauch gelegt. Ich bin glücklich. Ich weine. 


... und dann wird alles schwarz.


Ich trete weg. Das Letzte was ich gesehen habe, ist mein Kind. Mein Wunschkind. Dann wird es hektisch. Ärzte und Hebamme springen aufgeregt umher. Sie suchen einen Zugang in meinem Arm, in meiner Hand. Finden nichts. Mein Herzensmann und das Baby haben sie bei Seite gestellt. Er muss zuschauen und bangen. Ich verliere jede Menge Blut. Die Ärztin suchen noch immer verzweifelt einen Zugang. Die Hebamme aktiviert einen alten Zugang, spült ihn und endlich fließt eine isotonische Lösung und ein Medikament in meinen Körper. Der Dämmerzustand löst sich. Ich weiß nicht ob es Sekunden oder Minuten waren. Ich bin bin wieder voll da. Ich suche mit den Augen mein Baby. Meinen Herzensmann. Er schaut verzweifelt. Wir lächeln uns an.


 "Wir nähen Sie jetzt noch und dann haben Sie es geschafft."


Es klingt makaber, aber dieses Nähen, war schlimmer als die gesamte Geburt. Es tat weh wie verrückt. Ich hatte Risse von vorn nach hinten. Ich hätte mir gewünscht, sie hätten das gemacht, als ich weggetreten war. Immerhin kann ich behaupten, ich habe ein komplett neues Design bekommen. Mit viel, viel Lachgas habe ich das Nähen überstanden. 


"...und jetzt kuscheln sie erstmal."


Endlich, endlich kam unser Moment. Mein Baby, mein Herzensmann und ich. Ich bekam mein Baby in den Arm und konnte es genießen. Wir schauten uns lange an. Wir bestaunten uns. Meine Tochter wurde angelegt. Sie saugte. Ganz unbeholfen, aber zärtlich. Mein kleines Pünktchen ist ein kleiner Milchbart geworden. Das Schönste und Beste was wir geschaffen haben. Endlich hat es begonnen unser Leben zu dritt- einen Tag vor dem errechneten Geburtstermin.