Montag, 31. Dezember 2018

Wie unser Kind vom Baby im Bauch erfuhr

Bei mir geht es heute nicht um Jahresrückblicke oder gute Vorsätze, das kommt evtl noch in den nächsten Tagen... Ich möchte euch heute etwas ganz anderes erzählen:

Wie ihr meinem Post Ende der Auszeit nach Weihnachten mit großen Neuigkeiten entnehmen konntet, bekommt das Äffchen im Juni 2019 ein Geschwisterchen. Nachdem wir den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielten, war die Freude für meinen Mann und mich riesig. Doch wie sollten wir unserem Äffchen davon erzählen? Das ist ja keine Larifari-Nachricht, die man mal so eben nebenbei raushaut oder? Und wann sollte das Geschwisterkind davon erfahren? Gleich von Anfang an? Oder erst wenn ein Bauch zu sehen ist? Wie wird es reagieren? Mit Freude oder gar Eifersucht? Fragen über Fragen kommen da zu den ohnehin schon neuen und alles verändernden Hormonen dazu...

Mein Mann und ich haben uns also viele Gedanken gemacht und entschieden, dass das Äffchen noch nicht sofort davon erfahren soll. Vor allem, weil wir Angst hatten, sie würde es evtl. direkt an alle rausposaunen, obwohl wir es zumindest ein paar Wochen erst noch für uns behalten wollten. Nur die Familie und enge Freunde weihten wir schon früher ein. Außerdem waren wir uns nicht sicher, ob sie ohne wachsenden Bauch schon verstehen würde, was da vor sich geht, obwohl sie schon bei einer sehr guten Freundin den Verlauf einer Schwangerschaft beobachten konnte. 

Wir beschlossen also, vor dem Äffchen noch nicht offen über das "Baby im Bauch" zu sprechen. Selbstverständlich war aber die "Schwangerschaft" immer mal Thema. Allerdings konnten wir uns nicht vorstellen, dass das Äffchen mit diesem Begriff schon etwas anfangen konnte. 

Außerdem überlegten wir uns auch, WIE das Äffchen von dem Baby im Bauch erfahren sollte und wie wir ihr das Ganze etwas anschaulich und möglichst pädagogisch wertvoll (typisch Erzieher-Ich) begreiflich machen konnten. Dazu bestellte ich zwei Bücher im Internet zum Thema "Geschwisterchen kriegen" und Schwangerschaft. Okay, im Nachhinein war das eine Buch noch nicht altersgerecht für sie und das Andere fand ich so lala. Aber es erklärte immerhin, was es mit einem Baby so auf sich hat und was auf das große Kind zukommt. 

Wir entschieden uns dann, das Äffchen am 2. Adventswochenende einzuweihen und ihr anhand des neuen Bilderbuches die Nachricht zu verkünden. Doch wie das immer so ist: Man macht sich tausend Gedanken, das Erzieher-Ich kommt mit den besten pädagogischen Ratschlägen daher und das Mutterherz bangt um die Reaktion des Äffchens und dann kommt alles ganz anders als geplant...

Am Freitag vor dem 2. Adventswochenende saßen wir alle drei gemeinsam am Frühstückstisch und dachten an nichts Böses. Das Äffchen hatte gerade ihr Toastbrot vertilgt und kletterte wie so oft danach noch ein bisschen zum Kuscheln auf meinen Schoß. Bis hierhin nicht verdächtig. Doch auf einmal nahm sie meinen (noch nicht besonders großen)


Bauch in Augenschein, zog dann sogar auch meinen Pulli hoch, guckte konzentriert und haute dann einfach so und völlig aus dem Nichts "Mama, das ist doch ein Baby drin" raus. Mein Mann und ich schauten uns komplett perplex an und antworteten dann etwas zeitverzögert und völlig überrumpelt, dass sie recht hätte und in Mamas Bauch wirklich ein kleines Baby ist. Schnell kramten wir das dafür vorgesehene Bilderbuch heraus und guckten es uns gemeinsam an. Das Äffchen war hoch interessiert und wollte wissen, wann das Baby kommt. Natürlich kann sie diese Zeitspanne noch nicht überblicken, daher habe ich ihr erklärt, das Baby käme im Sommer, wenn es draußen wieder warm sei. Sie betonte dann noch eindringlich, dass sie das Baby dann auch tragen möchte, wenn es da ist.

Es ist schon verrückt, was Kinder spüren. Wie sie sich ihren eigenen Reim auf die Dinge machen und manches dann mit einer Selbstverständlichkeit äußern, dass es uns Erwachsenen den Atem verschlägt! 

Seither wird das Thema immer wieder mal von ihr aufgegriffen. Wir haben uns entschieden, dass sie von sich aus mit dem Thema und ihren Fragen auf uns zukommen soll und wir sie jetzt nicht damit nerven wollen. Sie gibt das Tempo und die Intensität vor. Immer wieder mal spricht sie vom Baby im Bauch, dass es noch wachsen muss, dass es "morgen" (ihr Oberbegriff für ALLES was in der Zukunft liegt) rauskommt und sie es dann tragen möchte. Ansonsten vergehen zum Teil auch viele Tage, in denen sie nicht davon spricht. Aber in ihr Abendgebet schließt sie das Baby TÄGLICH mit ein.

Ich bin so stolz, dass das Äffchen sich die Sache irgendwie selbst erschlossen hat, dass sie sich so sehr freut und aufgeregt ist und bin mir ganz sicher, dass sie eine ganz tolle große Schwester abgeben wird. 

 

Freitag, 28. Dezember 2018

Nachhaltigkeit: 7 Ideen, Geschenke alternativ zu verpacken

Weihnachtsgeschenke, Päckchen, Geschenke
Quelle: Pixabay
Ok, ich weiß, Weihnachten ist inzwischen vorbei und ihr denkt euch vielleicht, ich habe die Feiertage verschlafen? Ist ein bisschen spät für Geschenkverpackungsideen , was? 

Aber: Die Schenkerei hört ja nach Weihnachten nicht einfach auf. Es gibt immernoch Geburtstage, Hochzeiten, Taufen, Geburten, Jubiläen und viele weitere Anlässe, zu denen Geschenke verpackt werden wollen. Das Thema ist also das ganze Jahr über sehr aktuell.

Trotzdem mal eine erschreckende Zahl zur Verpackung von Weihnachtsgeschenken. Um Weihnachten herum steigt der Papiermüll um 10 % an, im Vergleich zum restlichen Jahr. Und auch, wenn es sich um Papier handelt, das recycled werden kann, kann meiner Meinung nach auch hier nachhaltig gedacht und Papier gespart oder wiederverwendet werden. 

Sicherlich machen das auch ein paar vorbildliche Schenker und Beschenkte, indem sie das Geschenkpapier ihrer eigenen Geschenke sorgfältig behandeln, aufheben und wieder weiterverwenden oder -verschenken. Das ist sehr hilfreich und auch nachhaltig. Und ich verstehe auch die Argumentation, dass liebevoll verpackte Geschenke eben auch eine persönlichere Note haben und unter dem Weihnachtsbaum oder auf dem Geschenketisch bei der Geburtstagsfeier einfach schöner aussehen. 

Daher möchte ich euch heute mal ein paar Alternativen zum Verpacken von Geschenken aufzeigen. So kann man das Geschenk schön herrichten, ohne "neues" Papier kaufen zu müssen. Viele von den folgenden Vorschlägen hat man sowieso zu Hause, muss nichts einkaufen und verwertet Dinge nützlich weiter, die man sonst früher oder später vielleicht auch einfach nur wegschmeißen würde.

Hier meine 7 alternativen Ideen:

1. Kalenderblätter 

Kalender, Neujahr, Silvester, 2018
Quelle: Pixabay
Sind wir mal ehrlich: Am Ende des Jahres hat ein Kalender ausgedient. Man kann ihn nicht wieder verwenden, weil dann die Wochentage etc. nicht mehr stimmen würden. Vielleicht hebt man sich 1-2 Lieblingsmotive als Poster auf, der Rest landet früher oder später in der Papiertonne, richtig? Dabei können schöne Landschaftsmotive oder auch Tiermotive ein tolles Geschenkpapier abgeben. Landschafts- oder Reisezielmotive können sehr geeignet sein für besonders reiselustige Geschenkempfänger oder aber auch, um Geschenke für die Hochzeitsreise an das Hochzeitspaar zu verpacken. 

2. Poster:


Ich habe dieses Jahr z.B. das Football-Fanshirt für meinen Bruder in einem Sportposter aus der Sportzeitschrift meines Mannes verpackt. Kam super an und passte perfekt zum Thema.

3. Alte Notenblätter:


Wer vor Jahren mal ein Instrument gelernt hat oder in einem Chor singt, findet sicherlich irgendwo noch ein paar alte Notenblätter. Musikliebhaber kann man mit einem in alte Notenblätter verpacktem Geschenk sehr erfreuen. Besonders toll, wenn das Geschenk selbst auch etwas mit Musik zu tun hat. So fand mein Schwiegervater dieses Jahr beispielsweise die Biografie eines bekannten Sängers in dem Weihnachtsnotenblatt-Geshenk vor.

4. Zeitungspapier

Nachrichten, Neuigkeiten, News
Quelle: Pixabay
Selbstverständlich kann auch normales Zeitungspapier als Geschenkpapier verwendet werden. Besonders aufmerksam ist es, wenn ein für den Beschenkten interessanter Artikel dafür gefunden wird oder zum Anlass entsprechend das Hochzeitsgeschenk in einer alten Hochzeitszeitung verpackt ist.

5. Alte Comics oder Prospekte

Comicfans freuen sich sicherlich über ein toles Comic-Geschenkpapier. Aber auch für Kindergeschenke können die lustig-bunten Motive sehr gut genutzt werden.

6. Alte ausgewaschene Joghurt- oder Gurkengläser


Auch in Gläsern verpackte Geschenke können etwas her machen. Bunt beklebte oder bebastelte Gläser können zudem sehr kunstvoll aussehen und dem Anlass entsprechend gestaltet werden. Das Äffchen und ich haben dieses Jahr z.B. Weihnachtsmann- und Schneemanngläser beklebt und mit Leckereien befüllt.

7. Alte Schuhkartons oder andere Schachteln

Pappschachteln, Kartons, Pappe
Quelle: Pixabay
Natürlich eignen sich auch Schuh- oder Geschenkschachteln sehr. Auch diese können individuell gestaltet und mehrmals verwendet werden. Oft können sie auch später noch als dekorative Aufbewahrungsmöglichkeiten ins Regal gestellt werden.


So, ich hoffe, ich konnte euch ein paar gute Anregungen für alternative Geschenkverpackungen bieten. Denn wir können alle einen kleinen Teil für unsere Umwelt beitragen! Und das möchte ich auch meiner Tochter schon jetzt so gut ich kann vorleben und weitergeben.  

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Ende der Auszeit nach Weihnachten mit großen Neuigkeiten

So, ihr Lieben! Ich bin wieder da! Schluss mit der Auszeit! Wie im letzten Blogpost Hilfe, das Kind ist los! schon beschrieben, war unsere letzte Zeit ziemlich turbulent und geprägt von Bedürfnisorientiertheit, Nähe, Kuschelzeit und somit aber auch wenig Auszeit für mich... Doch das war nicht der einzige Grund für meine Unpässlichkeiten, aber davon gleich noch mehr... 

 
Jedenfalls kaum war diese extreme Phase halbwegs überwunden, ging der Geburtstags-Weihnachtstrubel los. Wer es noch nicht weiß: Das Äffchen hat kurz vor Weihnachten Geburtstag, sodass wir beide Feste kurz hintereinander begehen. Wir hatten dieses Jahr zum ersten Mal die ganze Familie in Hamburg zu Besuch. Die Jahre zuvor haben wir immer bei unseren Eltern in Süddeutschland verbracht. Dieses Jahr wollten wir uns mal das Gefahre sparen und haben zu uns eingeladen. Es war wunderschön, das Äffchen hatte selige Tage mit den Großeltern und ihrem Onkel und es war sehr harmonisch! Aber was mir vorher dabei nicht so ganz bewusst war: Der Aufwand, die Vorbereitungen und die Nachbereitungen hatten wir zu stemmen. Da habe ich erstmal gemerkt, wie es ist, wenn man nicht einfach 600 km fährt und dann den Rest der Zeit (mehr oder weniger) die Füße hochlegen kann. Aber mit vereinten Kräften und großer Unterstützung durch die Großeltern haben wir alles gut geschafft und einen wundervollen Geburtstag und ein schönes Weihnachtsfest verbringen können. 

Ok, ein paar Pannen gab es schon: Ich musste den missglückten (selbstgebackenen) Geburtstagskuchen mit VIEL Schokoguss und Smarties retten; Es musste auf die Schnelle ein neuer Baumständer geholt werden, weil der Alte zu klein für den gekauften Baum war; Bei der Terminabstimmung für die Vorbereitungen mit meinen Eltern gab es per WhatsApp einen weitreichenden Tippfehler und die Weihnachtsgeschenke für den Uropa (die meine Schwiegereltern mitnehmen und überbringen sollten) waren einfach nicht mehr aufzufinden. Inzwischen sind sie aber doch noch aufgetaucht.


Aber es gab mindestens genauso viele schöne und lustige, besinnliche und erfreuende Momente. Die leuchtenden Augen des Äffchens, als alle Verwandten gleichzeitig eingetrudelt sind; Das gemeinsame Baumschmücken, nur wir drei am Vormittag des Heiligen Abends; Das freudige Jauchzen beim Anblick des Puppenwagens unter dem Weihnachtsbaum; Das gemeinsame Weihnachtsliedersingen; Das Äffchen, das seiner Oma immer wieder "Ich mag dich" sagte und vieles vieles mehr!


Doch eine Sache hat dieses Weihnachtsfest auch für uns alle nochmal zu einem besonders fröhlichen Fest werden lassen. 

Jetzt lasse ich die Katze aus dem Sack: Das Äffchen wird große Schwester! Ja, ich bin schwanger und wir erwarten für Juni 2019 ein Baby! Wir freuen uns sehr und das Äffchen ist ganz aus dem Häuschen! Wie und wann sie es erfahren hat und wie sie reagiert hat, das erzähle ich in einem meiner nächsten Blogartikel! 



Doch ihr sollt es jetzt auch endlich erfahren, denn die ersten Wochen waren für mich ziemlich hart und anstrengend und somit auch ein Grund, warum ich mich vom Bloggen (gezwungenermaßen) zurückziehen musste. Aber auch das wird in einem der nächsten Blogartikel nochmal thematisiert. 

 Ihr seht, bei uns tut sich einiges und auch die Themen auf dem Blog werden sich dadurch vermutlich ein bisschen verändern. Aber keine Angst, es wird jetzt nicht ausschließlich um die Schwangerschaft gehen! Das Äffchen und unser Familienleben bieten sicherlich auch weiterhin genug Stoff zum Verbloggen ;)! 

 

Mittwoch, 28. November 2018

Hilfe, das Kind ist los! - Wenn Kleinkinder nicht schlafen wollen

Endlich wieder ein Lebenszeichen von mir! Dass hier in letzter Zeit kein Blogpost online gegangen ist lag nicht daran, dass hier zu wenig los gewesen wäre oder es nichts zum Verbloggen gegeben hätte. Nein, das Gegenteil war der Fall! Es war zu viel los! Vor allem abends. Eigentlich nur abends. Also dann, wenn ich normalerweise Zeit zum Bloggen habe. 



Was los war? Das Kind! Ok, es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass mein Äffchen und der gute Schlaf nicht die besten Freunde sind und noch nie so richtig waren. Nicht umsonst habe ich vor einiger Zeit den Blogartikel Kinderschlaf - Meine Tipps für mehr Gelassenheit verfasst. Meistens klappt das auch ganz gut, mich selbst an meine Gelassenheits-Tipps zu halten. Doch in den letzten Wochen hat das (Ein-)Schlafverhalten des Äffchens neue, nie geahnte Dimensionen angenommen... Einige Zeit lief es nun eigentlich wirklich gut. Es ging sogar so weit, dass das Äffchen immer öfter von sich aus entschied im eigenen Bett im Kinderzimmer einschlafen zu wollen. Selbstverständlich kam ich ihrem Wunsch nach und begleitete sie IN ihrem Bett in den Schlaf. Und das meine ich wörtlich, denn das Nähebedürfnis des Kindes hat deshalb ja nicht plötzlich nachgelassen. Ich habe mich also regelmäßig mit in ihr Bett gehievt und wundere mich bis heute, dass es das bisher ausgehalten hat. Das Reinkommen war auch nicht so das Problem, aber aus dem Minibett lautlos schwebend und ohne Ächzen und Stöhnen wieder rauszuklettern, um das Kind nicht aufzuwecken, das ist eine wahre Herausforderung. Aber was tut man nicht alles...

Doch eines Abends änderte sich alles schlagartig. Das Äffchen wollte nicht mehr schlafen. Wenn es daran ging sich bettfertig zu machen und von Schlaf nur die Rede war, bekundete sie lauthals und fast panisch, dass sie nicht schlafen wolle. Weder in ihr eigenes noch ins Familienbett war sie zu bewegen, an Schlaf nicht zu denken. Anfangs denkt man ja noch, das Kind hat heute einfach einen schlechten Tag oder so. Doch leider war das erst der Anfang. An diesem ersten Abend ist sie dann irgendwann völlig erledigt im Wohnzimmer auf dem Sofa auf meinem Schoß eingeschlafen. Wahrscheinlich, weil sie da nicht damit gerechnet hat, dass sie einschlafen muss und schon war es geschehen. Es schien, als würde sie krampfhaft versuchen wach zu bleiben. Sobald die Augen schwer wurden, zappelte sie, wollte was trinken oder Ähnliches, um ja nicht in den Schlaf zu gleiten. Als wolle sie die Kontrolle nicht abgeben, den Sprung ins Traumland nicht wagen. 

Am nächsten Abend versuchte ich es direkt am Sofa. Das Wort "Schlaf" nahm ich nicht mehr in den Mund, redete nur noch von "Ausruhen", um nicht gleich wieder Panik auszulösen. Das Äffchen wollte auch partout nicht liegen, denn liegen heißt wohl schlafen. Sie schlief also wieder auf meinem Schoß sitzend ein und mein Mann trug sie dann ins Bett nach oben. So verging Abend um Abend. Es wurde täglich spät, bis das Kind überhaupt bereit war, sich "auszuruhen", obwohl sie stehend k.o. war.  

Auch wenn ich mir meine Gelassenheits-Tipps immer wieder gebetsmühlenartig vorsagte, gelang es mir leider nicht jeden Abend, entspannt zu bleiben. Doch untentspannt werden hat auch nichts gebracht, nur noch mehr Geschrei und Frust auf beiden Seiten. Erst als ich die Situation wieder so annahm, wie sie war (das dauert immer eine gewisse Zeit), konnten wir beide uns besser darauf einlassen. Ich fand mich damit ab, dass das Äffchen auf dem Sofa einschlief, mein Mann solange ins Arbeitszimmer auswich, die Abende und das Einschlafritual lang und meine Augenringe wegen mangelnder Ruhephasen für mich immer größer wurden. 

Doch gerade, als ich kurz davor war, mit einem Pandabären verwechselt zu werden (Augenringe bis zum Kinn), war der Spuk wieder vorbei. Naja, okay, das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben. Es dauert immernoch lange, bis das Äffchen einschläft und sie wehrt sich auch immer noch dagegen. Aber es bricht nicht mehr Panik aus, wenn ich vom Schlafen spreche, das Äffchen ist wieder bereit in einem der Betten einzuschlafen und Hinlegen geht auch wieder.  

Woher das kam? Keine Ahnung! Doch dass es immer wieder bessere und schlechtere Schlafphasen gab, das war ja schon immer so. Nun bin ich froh, dass in dieser Phase das Schlimmste wohl erstmal wieder geschafft ist. 

Was hilft? Da sein, kuscheln, gut zureden, entspannt bleiben, Kind ernstnehmen, Bedürfnisse wahrnehmen usw. Alles andere bringt nur noch mehr Stress und Druck!


Wie schlafen eure Kids? Kennt ihr solche Phasen? Wie geht ihr damit um? 

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Working Mum - Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Geht das denn?

Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist momentan in aller Munde und brandaktuell. Doch was genau heißt das eigentlich?

Ich definiere das so: Die Berufstätigkeit und das Familienleben lassen sich so unter einen Hut bringen, dass beide Bereiche ohne größere Schwierigkeiten nebeneinander bestehen können.

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Nun ist das eine sehr allgemeine Definition. In der Realität wird diese Vereinbarkeit wohl sehr unterschiedlich und individuell wahrgenommen. Sie sieht auch in jeder Familie anders aus. Zudem finde ich, dass sie von diversen äußeren Faktoren abhängig ist, die man selbst oft nur schwer oder gar nicht beeinflussen kann, z.B. KiTa-Platz, Arbeitsumfang, Arbeitszeiten, individuelle Belastbarkeit, persönliche Bedürfnisse und Prioritäten, familienfreundliche Arbeitgeber und vieles mehr.

Die Vorzeige - Working-Mum


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Bei ihr klappt alles wie am Schnürchen. Nach einem ausgewogenen Smoothie-Frühstück (natürlich selbst gemacht) und dem Befüllen der Kinderfrühstücksdose mit Gemüse-Sticks und ausgestochenen Sternchen-Broten, bringt sie mit Leichtigkeit und Kinderlieder trällernd ihr Kind in die KiTa. Das Kind rennt freudestrahlend in die KiTa-Gruppe, sie kann los. Fährt dann gut gelaunt weiter zur Arbeit, während sie auf dem Weg schon völlig strukturiert erste Einkäufe erledigt und sogar noch Zeit für ein Pläuschchen mit der Kassierin findet. Beim Job angekommen, arbeitet sie erfüllt und hocheffizient 8 Stunden mit Pause. Auf dem Heimweg werden die restlichen Einkäufe getätigt, das Kind abgeholt und nach Hause gefahren. Dort angekommen, händelt sie den Haushalt und das Kochen des Abendessens mit Links, während das Kind mit der rechten Hand bespaßt, bespielt und gefüttert wird. Abends kommt der Ehemann nach Hause, bringt das Kind ins Bett, während sie die Einkaufsliste für den nächsten Tag schreibt, ihre und die Klamotten des Kindes rauslegt und zu guter Letzt ein entspanntes Erholungsbad mit Lavendelduft genießt. Von Stress ist bei ihr nichts zu spüren. Beide Aufgaben, also Familie und Beruf erfüllen sie gleichermaßen und stehen sich gegenseitig in keinster Weise im Wege.


Die Quaos - Working-Mum

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Sie stolpert durch den Tag. Regelmäßig wird verschlafen, weil sie abends über dem Weckerstellen einschläft. Morgens ist Stress angesagt, das Frühstück fällt aus und in der Frühstücksdose für das Kind ist ein hektisch mit Frischkäse beschmiertes Brötchen vom Vortag und eine Gewürzgurke. Auf den letzten Drücker kommt sie mit ihrem Kind in der KiTa an, gerade noch rechtzeitig für das Frühstück. Das Kind weint beim Abschied und es dauert dadurch nochmal 5 Minuten länger, bis sie sich auf den Weg in die Arbeit machen kann. Dort kommt sie mit Verspätung an, erntet trotz Entschuldigung böse Blicke vom Chef und versucht möglichst strukturiert ihrer Arbeit nachzugehen. In Gedanken aber immer wieder beim Kind, weil es sich heute so schlecht trennen konnte. Nach der Arbeit wird der Einkauf, der vorher wegen der Verspätung nicht mehr drin war, nachgeholt. Dann das Kind abgeholt, es will natürlich nicht mit nach Hause und die Tränen vom Morgen sind längst vergessen. Zu Hause fällt ihr auf, dass sie zwei wichtige Zutaten für das Abendessen in der Hektik beim Einkauf vergessen hat, sie muss improvisieren. Das Kind hängt an ihrem Hosenbein, während sie schwitzend vor dem Herd steht und schon nervös wird, wenn darauf mehr als ein Topf steht. Irgendwie wird daraus doch noch ein ganz passables Essen. Es wird vor dem Fernseher verzehrt, damit auch sie mal 5 Minuten die Beine hochlegen kann. Sie bringt abends das Kind ins Bett, weil es von Papa nicht ins Bett gebracht werden will. Danach verschiebt sie die Wäsche, das Staubsaugen und das Badputzen auf den nächsten Tag (genau wie gestern und vorgestern und vorvorgestern). Sie weiß nicht wo ihr der Kopf steht und Familie und Beruf sind gleichermaßen vom Chaos betroffen. 


1 Million Zwischenformen

Das sind jetzt natürlich zwei völlig überspitzt dargestellte Extreme. Es gibt wahrscheinlich eine Million Zwischenformen. So wie mich. Ich bin Working Mum seit Mitte Februar 2018 und erkenne mich in beiden Extremen wieder. Grundsätzlich macht mir mein Job weiterhin viel Spaß. Ich arbeite gern mit Kindern und Menschen zusammen, führe gerne ein Team, trage gern Verantwortung. Mein Kind ist wundervoll betreut und geht so gerne in die KiTa, dass sie selbst am Wochenende danach fragt. Ich muss mir also um sie und ihr Wohlergehen während meiner Arbeitszeit keine Sorgen machen. Das macht vieles einfacher. Ich arbeite in Teilzeit, kann das Äffchen in der Regel am frühen Nachmittag abholen und theoretisch so noch viel Zeit mit ihr verbringen. 

Von der Theorie her klingt das also alles ziemlich einfach und vereinbar, obwohl ich durchaus auch in Hektik verfalle, wenn zwei Töpfe am Herd stehen und ich nicht selten mit einer lebenden Fußfessel am Bein koche. Immerhin gelingt es mir auch zwischendurch mal zu frühstücken oder ein paar Einkäufe vor der Arbeit zu erledigen. Allerdings kommt es auch oft genug vor, dass ich dabei irgendwas vergesse... Es gibt in der Praxis also schon noch ein paar offene Punkte, Schwierigkeiten, Zwiespälte:

Auch wenn mir der Job Spaß macht, ist doch nichts mehr so wie es vor meiner Schwangerschaft war. Da habe ich Vollzeit gearbeitet. Ich hatte die Führungsposition inne, wurde vom Team sehr geschätzt. Ich war sehr flexibel, blieb länger wenn nötig, konnte Geschäftstermine legen wie ich wollte etc. Mein Leben war also schon voll auf Arbeit ausgerichtet und das fand ich auch gut. Der Haushalt ist schon damals öfter zu kurz gekommen, aber das lag vielleicht auch an meiner fehlenden Motivation...

Heute ist alles anders: Ich arbeite Teilzeit und teile mir die Führungsposition mit meiner Leitungskollegin, die Vollzeit im Haus ist. Sie hat großes Verständnis für mich als Mutter, nimmt Rücksicht auf meine Urlaubswünsche usw. Das ist wirklich viel wert! Doch irgendwann muss ich den Stift fallen lassen, um das Äffchen abzuholen. Dabei wäre ich evtl. am Nachmittag noch ganz gerne bei einem wichtigen Termin dabei. Einerseits... Andererseits kann ich es kaum erwarten, mein Äffchen abzuholen, mit ihr zu spielen, zu staunen, zu kuscheln. Denn, auch wenn das manchmal anstrengend ist, erfüllt es mich und macht mich unendlich glücklich. Der Haushalt muss so nebenher laufen. Das klappt mal mehr, mal weniger und die Zeit mit dem Lieblingsmann ist heute ähnlich rar, wie vor dem Äffchen.

Läuft!(?)

Objektiv betrachtet klappt das mit der Vereinbarkeit also bei uns. Job läuft. Familie läuft. Aber nur weil es irgendwie (mit viel Gestopfe) unter einen Hut passt, heißt es für mich eben noch lange nicht, dass es perfekt ist. Es bleibt trotzdem der Zwiespalt zwischen: Mein Team voll und ganz unterstützen zu können und meinem Kind mit all seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Vom Lieblingsmann gar nicht erst zu reden. Ich finde schon, dass meist irgendetwas auf der Strecke bleibt, mal das Eine, mal das Andere. Dass mal das Äffchen zurückstecken muss, weil ich doch einen Abendtermin wahrnehme und sie nicht ins Bett bringen kann oder nachmittags statt gemeinsamem Spielen staubsaugen und Wäschewaschen auf dem Programm stehen. Und dass manchmal das Team hinten ansteht, weil ich mit dem kranken Äffchen zu Hause bleiben muss oder eine wichtige Frage erst am nächsten Tag geklärt werden kann.

Anders

Es ist eben anders. Deshalb stört mich diese Vereinbarkeitsnummer ein bisschen und ist irgendwie auch utopisch: Ich habe mich sehr bewusst dazu entschieden Mutter zu werden und möchte das nicht missen. Damit bin ich auch bereitwillig das Risiko eingegangen, dass meine "Karriere" bei meinem Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Elternzeit eine andere sein wird. Es wird jetzt eben immer dieses (absolute Wunsch-)Kind geben, dem mein Herz ganz gehört, für das ich bereit bin alles zu geben. Das auch nicht mehr zulässt, dass ich eine "Karrierefrau" bin. Nicht, weil es organisatorisch mit langen KiTa-Öffnungszeiten etc. nicht möglich wäre, sondern, weil ich eine Andere geworden bin, eine "Fulltime-Mami" mit Leib und Seele. Erst seit ich das voll und ganz erkannt und akzeptiert habe, kann man überhaupt (irgendwie) über Vereinbarkeit sprechen. 

Freimachen

Und noch etwas ist für mich unheimlich wichtig: Sich also Mutter frei zu machen von den gesellschaftlichen Erwartungen an uns Working Mums. Denn aus der Sicht der Gesellschaft gibt es nur ein Gut und ein Schlecht. Die oben genannte "Vorzeige-Working-Mum" ist das, was alle Mütter sein sollen. Die Quaosqueen wird hier eher als Versagerin gesehen, die nichts auf die Reihe bekommt. So ist es aber nicht. Denn aus meiner Sicht gibt es die "Vorzeige-Working-Mum" nicht. Das ist nicht zu schaffen und wenn, dann nur mit Unterstützung. Die hat aber nicht jeder. Und nicht jeder hat einen wundervollen Betreuungsplatz und ein KiTa-begeistertes Kind. Nicht jeder ist so strukturiert. Deshalb, liebe Quaos-Queens und Zwischenform-Mums: Wir sind gut so wie wir sind und wir machen das großartig!!!

Dankbarkeit

Es ist hier, wie bei so vielen Dingen im Leben: Man kann nicht alles haben und sollte das Beste aus Allem machen. Ich bin dankbar für meinen Job, die damit verbundenen Aufgaben und die tollen KollegInnen. Und ich bin glücklich und dankbar für meine Familie. Meinen Mann, der soviel arbeitet, dass für mich ein Teilzeitjob reicht. Und für mein Äffchen, das mir gezeigt hat, was Familie und bedingungslose Liebe bedeutet.



Wie ist es bei euch? Wie bringt ihr das alles unter einen Hut? Welche Geheimwaffen und -Rezepte habt ihr?

 

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Autonomie-Phase: Erzieher-Ich vs. Mutterherz

Meine beiden Ichs diskutieren mal wieder. Beim letzten Mal ging es um die KiTa-Eingewöhnung und ihr könnt in drei Teilen hier, hier und hier nachlesen, wie es ausgegangen ist.

Diesmal beschäftigt sie das Thema Autonomiephase. Das Erzieher-Ich weiß viel über diese oft nervenaufreibende und intensive Phase und gibt euch und meinem Mutterherz jetzt erstmal ein paar wichtige Infos dazu:

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„Eins ist klar: Jedes Kind durchlebt die Autonomiephase (das Eine mehr, das Andere weniger) und das ist auch gut so! Sie ist dringend nötig, denn sie trägt entscheidend zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Die Kinder entwickeln in dieser Phase ein Ich-Bewusstsein, nehmen wahr, dass sie eigenständige kleine Persönchen sind und entdecken ihren eigenen Willen. Und sobald sie sich dieser Sache bewusst sind, wollen sie ihn natürlich auch durchsetzen. Sie wollen austesten und von dieser neuen Erkenntnis und Fähigkeit Gebrauch machen. Eigentlich gar nicht schlecht, denn wünschen sich nicht alle Eltern für ihr Kind Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Ehrgeiz und Selbstbewusstsein? Nur durch diese Phase können die Kinder diese erlangen. Es gibt nur ein Problem. Die Kinder können in dieser Entwicklungsphase ihre negativen Gefühle noch nicht kontrollieren oder kanalisieren, sondern werden förmlich von ihnen übermannt. Heißt also, wenn sie ihren Willen nicht bekommen und ein Nein zu hören bekommen, kommt das gar nicht gut an. Das Nein kann unterschiedliche Gründe haben: Gefahr der Sicherheit, aufgestellte Regeln, Grenzüberschreitung oder Ähnliches. Das Kind darf also seinen eigenen Willen nicht ausleben und schon brechen die Gefühle aus wie ein Vulkan. Das endet gerne in lautem Geschrei, um sich schlagen und ähnlichen Verhaltensweisen. Die Kinder haben in diesem Alter einfach schlicht noch wenig bis gar keine Frustrationstoleranz. Die Ursache liegt im Gehirn. Das Gehirn hat zwei Bereiche, die im Idealfall eng zusammenarbeiten: Den rationalen Teil und den emotionalen Teil. Bei einem Erwachsenen holt der rationale Teil den emotionalen Teil wieder runter, wenn er von negativen Gefühlen übermannt wird. Die Gefühle werden also reguliert. Im Gehirn eines Kleinkindes funktioniert diese Zusammenarbeit noch nicht so gut. Ist der emotionale Bereich erstmal auf der Palme, hat der rationale Teil keine Chance mehr. Das ist auch der Grund, warum das Kind in dem Moment für gutes Zureden und logisch erklärte Argumente nicht empfänglich ist. Es nimmt sie gar nicht wahr, befindet sich quasi in einem Tunnel.

Wenn das Kind also einen Wutanfall bekommt, ist das eine entwicklungsbedingte Sache und hat nichts mit der Bindung zu den Eltern zu tun. Es gibt keinen Grund, dieses Verhalten persönlich zu nehmen. Irgendwann im 4. Lebensjahr des Kindes ist der Spuk (weitestgehend) vorbei, dann kann es nämlich immer mehr seine Gefühle regulieren und kanalisieren, z.B. durch Rückzug, Kuscheln o.Ä.“

Hier hakt das Mutterherz ein und sagt: „Nicht persönlich nehmen? Ich bin ehrlich: Wenn mein Kind wütet - und ich habe schon öfters mal ein tollwütiges Äffchen -  schreit, lautstark weint und um sich haut, wenn ich auf sie zugehen möchte, nehme ich das durchaus persönlich! Als Mutterherz fühle ich mich zurückgestoßen und als Tröster nicht akzeptiert. Außerdem fühle ich mich hilflos und weiß nicht, was ich tun soll. Das Äffchen so außer sich zu sehen schmerzt einerseits, andererseits macht mich ihr Verhalten manchmal wahnsinnig und an manchen Tage ist es unheimlich nervenaufreibend!

Das Erzieher-Ich nickt wissend und erwidert: „Wichtig ist: Das Kind verhält sich nicht so, weil es die Eltern ärgern will. Auch für das Kind ist eine solche Situation anstrengend und schwierig. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, das Kind als Erwachsene (ob Eltern oder Erzieher) in der Situation wertschätzend zu begleiten. Schnell findet man raus, ob das Kind in dem Moment in Ruhe gelassen werden möchte oder nicht. Auch wenn es den Inhalt in dem Moment wegen der überschäumenden Emotionen nicht versteht, fühlt das Kind doch, wenn der Erwachsene beruhigend auf es zugeht oder ihm einen wertschätzenden Blick zuwirft. So erfährt das Kind: Deine Gefühle sind okay. Ich liebe dich, wie du bist! Nach dem Wutanfall, wenn die Emotionen abgeflaut sind, kann dann in Ruhe nochmal über die Situation gesprochen werden und erklärt werden, warum der Erwachsene dem Willen des Kindes nicht nachgeben konnte und ggf. kann dann sogar im gemeinsamen Gespräch ein Kompromiss gefunden werden.

Nichtsdestotrotz sollte das Nein auch nicht vermieden werden, um mögliche Konflikte zu Umgehen. Das Kind muss, um autonom zu werden, auch lernen, dass es andere Meinungen gibt, dass auch der andere Mensch einen eigenen Willen hat und auch dieser eben manchmal respektiert werden muss. Daher sollte nicht klein beigegeben werden, wenn sich ein Wutanfall anbahnt, nur um des lieben Friedens willen.“

„Ok“- sagt das Mutterherz, „danke für den Tipp mit dem gemeinsamen Gespräch nach dem Wutanfall. Ich versuche mir das zu Herzen zu nehmen und das Ganze etwas rationaler anzugehen. Ich verstehe nun, dass das Äffchen in dem Moment nicht anders kann und aufgefangen werden muss. Aber die Sache mit dem Nein-Durchsetzen und der „übertriebenen“ Konsequenz finde ich auch zu viel des Guten. Auch wir Erwachsenen können mal Fünfe grade sein lassen und durch Reflexion auch das eigene Verhalten überdenken. Ich finde schon, dass man auch in einem Wutanfall mal nachgeben kann. Manchmal merkt man ja auch erst dann, wie wichtig dem Kind die Sache gerade ist oder versteht erst nach der heftigen Reaktion, worauf das Kind eigentlich hinaus wollte. Das heißt, man muss auch nicht immer B sagen, wenn A im Nachhinein betrachtet gar nicht in Ordnung war!“

Das Erzieher-Ich gibt zu: „Da gebe ich dir Recht. Fakt ist: Je weniger Nein die Kinder hören und je öfter sie ihren freien Willen ausleben können, desto weniger müssen sie lautstark versuchen, ihn durchzusetzen. Die Erwachsenen sollten daher auch gut überlegen, wann ein „Nein“ angebracht ist. Muss es wirklich sein? Oder ist es nicht auch manchmal die Bequemlichkeit, die uns „Nein“ sagen lässt?
Eine Ja-Umgebung ist nämlich durchaus sinnvoll. Sie gibt den Kindern Freiheit, stärkt das Selbstbewusstsein und schenkt Vertrauen in das Handeln und Wollen des Kindes. Trotzdem sind auch die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern wichtig und sollten berücksichtigt werden.“

Nun nickt das Mutterherz zufrieden und sagt: „Eigentlich sind wir uns ja einig. Wichtig ist uns beiden, dass das Kind wertschätzend durch die Wutanfälle und die ganze Autonomiephase begleitet wird. Du gehst da etwas rationaler an die Sache ran, ich etwas emotionaler. Eigentlich ergänzen wir uns doch ganz gut!“

Das Erzieher-Ich und das Mutterherz geben sich ein High-Five und wenden sich wieder dem Äffchen zu.


Dienstag, 9. Oktober 2018

Kreative Spielidee mit Kastanien: Kastaniengolf

Diese Jahr war unsere Kastanien-Ausbeute wirklich riesig. Wir haben sie säckeweise nach Hause geschleppt und einen Sack dann auch in Äffchens KiTa abgegeben, da wir nicht mehr wussten wohin damit. So können jetzt die KiTa-Kinder damit basteln, spielen, fühlen, sortieren usw.

Auch das Äffchen hat ihre Kastanien ausgiebig bespielt und dabei ist eher zufällig ein lustiges Spiel entstanden, welches ich gerne mit euch teilen möchte. Gerade in Anlehnung an meinen vorigen Blogpost Freispiel möchte ich hiermit nochmal aufzeigen, wie kreativ  Kinder werden können, wenn sie den Raum dafür bekommen.

Und so kam es: Das Äffchen hat im Wohnzimmer mit den Kastanien gespielt, sie gerollt, sortiert uvm. Dabei sind ihr aber immer wieder einige Kastanien ziemlich weit unter das Sofa gerollt. Mit der bloßen Hand kamen wir da nicht mehr ran. In meiner Not habe ich also einen Kochlöffel geholt und die Kastanie mithilfe des Kochlöffels wieder hervorbugsiert. Das Äffchen war begeistert und wollte den Kochlöffel ebenfalls zum Spielen haben. Ich widmete mich dann wieder dem Kochen (zum Glück habe ich noch mehr Kochlöffel), denn das Abendessen musste zubereitet werden. Einige Zeit später hörte ich ein herzliches Kichern aus dem Wohnzimmer. Ich ging der Sache auf den Grund und sah, dass ein neues Spiel, nämlich das „Kastaniengolf“ entstanden war.

Wie geht es?

Man nehme eine Handvoll Kastanien und für jeden Mitspieler einen Kochlöffel (kann aber auch alleine gespielt werden). 

Nun wird der Kochlöffel einfach als Golfschläger umfunktioniert und die Kastanien durch die Gegend geschussert.

Spielvarianten für einen oder mehrere Mitspieler:

-        Wer kann die Kastanie am weitesten schussern?

-        Kastanien durch ein Hindernis (z.B. zwei Bausteine) oder in ein improvisiertes Tor schussern

-        Kastanien-Kegelgolf: Mit Hilfe des Kochlöffels improvisierte Kegel (z.B. kleine leere Plastikflaschen) mit den Kastanien umkegeln

Sicherlich fallen euch und euren Kindern dazu auch noch eigene Spielvarianten ein. Viel Spaß beim Ausprobieren!
Weitere Kastanienspielideen findet ihr hier.